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Sakral-Pop

Subterfuge

Düsseldorf, Christuskirche
24.06.2022

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Subterfuge
Die Freude der gepflegten Gitarrenmusik in Düsseldorf konnten sich an diesem sommerlich warmen Freitagabend über mangelnde Auswahl wahrlich nicht beschweren. In der Mitsubishi Electric Halle brannte Iggy Pop kurz nach seinem 75. Geburtstag ein unfassbares Rock'n'Roll-Feuerwerk ab und holte sich für "T.V. Eye" sogar Dutzende Zuschauer auf die Bühne, Die Toten Hosen hatten anlässlich ihres 40-jährigen Firmenbestehens zum Stadionkonzert in die Merkur-Spiel-Arena geladen und alle, die es etwas beschaulicher haben wollen, waren in der Christuskirche in Oberbilk gut aufgehoben, wo die aus der Landeshauptstadt stammenden Autoren Michael Wenzel und Sven-André Dreyer beim "Off Church Dialog" Texte zum Thema "Dualismus im Pop" lasen, die auch die Hosen und Iggy streifen, und die Indie-Institution Subterfuge mit kleinem Besteck in der Raritätenkiste kramen durfte.
Eigentlich hatten Subterfuge gedacht, dass sie nach 30 Jahren Bandgeschichte alle erdenklichen Locations durchhaben, die Einladung zum "Off Church Dialog" war dann aber doch eine echte Premiere - ihr erster Auftritt in einem Gotteshaus. Dem Anlass entsprechend hatte die Band vor dem Auftritt ein wenig an ihrem Programm und sogar ihrer Besetzung geschraubt und dabei alles richtig gemacht. Ohne ihren Drummer Daniel Klingen und ohne Multiinstrumentalist Lorenz Naumann präsentierten die beiden Sänger, Gitarristen und Songwriter Lars Schmidt und Tommy Baumhoff in Begleitung der Blankenberg-Zwillinge Kai und Lars an Bass und Tasten ihre Songs in gedämpften Versionen, die der sakral anmutenden Stimmung im Saal und dem andächtig lauschenden Publikum bestens gerecht wurden. Eingerahmt von Kurzgeschichten der beiden Autoren konzentrierten sich die vier dabei vor allem auf von sanfter Melancholie geküsste Indiepop-Songs wie "All That I Miss" oder "Somebody Else's Song", ergriffen aber auch die Chance, den großen Big Star mit dem Cover von "The Ballad Of El Goodo" zu huldigen, zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder "Art Of Fighting" in Bandbesetzung zu spielen oder die Aufmerksamkeit auf Lieder wie "What I Have To" zu lenken, eines der bisher selten aufgeführten Lieder aus dem im Frühjahr erschienenen aktuellen Album "Dots.".
Nummern wie "Swirled" aus der rauen Indierock-Frühphase der Band hatten es vorsorglich gleich gar nicht erst auf die Setlist geschafft, und das war offenbar auch gut so, denn als es bei "Licentiousness", der Shoegaze-lastigen Eröffnungsnummer der neuen LP, einmal ein wenig lauter werden sollte, spielte prompt der Verstärker der Band verrückt. Oder war es vielleicht auch einfach das Einschreiten einer höheren Macht, weil sich Subterfuge zuvor getraut hatten, zwischen Kanzel und Taufbecken ausgerechnet "Fist Fuck Photo" zu spielen? Die kleinen Sünden bestraft der liebe Gott bekanntlich sofort!

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Surfempfehlung:
www.subterfuge.de
www.facebook.com/idobirds
twitter.com/subterfuge91
www.instagram.com/sbtfg
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
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