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Konzert-Bericht
 
Abteilung Vollgas!

Kate Clover

Köln, Sonic Ballroom
18.05.2024

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Kate Clover
An diesem Samstagabend sind gleich zwei Bands aus der Abteilung Vollgas im bis auf den letzten Platz ausverkauften Sonic Ballroom zu Gast: Die einen, The Manikins, kommen aus Nyköping in Schweden und haben ihr Retro- Rock'n'Roll -Feuerwerk im Dunstkreis von The Hives und The Briefs schon des Öfteren in der Ehrenfelder Punkrock-Hochburg abgebrannt, die andere, Kate Clover, kommt mit der Empfehlung ihres brandneuen zweiten Albums, "The Apokalypse Dream", aus Los Angeles in die Domstadt und sieht offensichtlich am letzten Abend ihrer Europa-Tournee keinerlei Veranlassung, sich in irgendeiner Weise zurückzuhalten. Das Resultat ist ein rasanter Konzertabend, bei dem praktisch immer irgendjemand auf der Bühne quer in der Luft liegt.
Kaum sind The Manikins auf der Bühne, ist schon klar: Das Stillstehen haben diese vier Herren nicht erfunden. Tatsächlich hat die inzwischen seit fast 25 Jahren aktive Band die lähmende Pandemie damit verbracht, sich auf die Suche nach dem primitivsten Rock'n'Roll der Geschichte zu machen und die Antwort, die sie gefunden haben, auf das Album "Swedish Woods" zu bannen, dessen Lieder rund drei Viertel des Sets im Sonic Ballroom ausmachen und knallhart, trashig und beneidenswert simpel zugleich sind. Zwölf Songs passen am Ende in 40 halsbrecherische Minuten - und das war ja "nur" die Vorgruppe!

Eine kurze Umbaupause später zeigt sich dann, dass in den Punkrock-Kaschemmen des Sunset Strip noch einmal ein ganz anderer Wind weht als in den einsamen Wäldern von Schweden: Die phongewaltige Wucht, die dem Publikum in den ersten Reihen nicht nur sprichwörtlich, sondern tatsächlich entgegenschlägt, als Kate Clover und ihre drei Begleiter mit "Tearjerker" ihren Auftritt beginnen, ist wirklich bemerkenswert. Wie schon The Manikins gönnt sich auch die Amerikanerin keine Atempause. "Roulette", die einzige echte auf der Setlist verzeichnete Ballade, fliegt an diesem Abend kurzerhand aus dem Programm. Kate Clover sieht ein wenig aus wie Debbie Harry in jungen Jahren, und wenn ihr Sound an anderer Stelle bereits als "Blondie auf Speed" beschrieben worden ist, dann ist das durchaus treffend. Wer glaubt, in der Ferne Germs, The Gun Club oder Johnny Thunders leuchten zu sehen, liegt aber vermutlich auch nicht falsch. Eine Stunde lang - länger hätten es die meisten in der brütenden Hitze des mit Menschen vollgestopften kleinen Saales wohl auch kaum ausgehalten - ist sie immer schön authentisch und entfernt sich nie weit von ihren Inspirationen. Mit "Your Phone Is Off The Hook, But You're Not" von X und "Stay With Me" von The Dictators gibt es sogar zwei handverlesene Coverversionen, die diese These unterstreichen: Stay true to your school!
Mit Songs wie "Here Comes The Love Bomb", "Like A Domino" oder "Disconnected" beweist Clover allerdings auch eindrucksvoll, dass die Heuler der alten Idole nicht im Set sind, weil es ihr an eigenen Hits mangelt, und dass die auf ihren beiden Platten durchaus vorhandenen Nuancen an diesem Abend in der Hitze des Gefechts bzw. in der für Feingeistiges nur bedingt geeigneten PA des Sonic Ballrooms untergehen, stört wirklich niemanden. In unserer Kritik des neuen Kate-Clover-Albums hatte sich der Kollege Mathias Frank gefragt, ob das, was die Amerikanerin macht, Punk ist. Müsste dieses Konzert auf die Frage reagieren, wäre die Antwort ein ohrenbetäubendes Ja!

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Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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