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Konzert-Bericht
 
Kurkonzert mit Schlammschlacht

Stoppok

Gräfelfing, Kulturfestival
04.08.2002

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Das Gräfelfinger Kulturfestival ist wohl eines der Open Airs, das dem nationalen Tross der Festivaltouristen gänzlich unbekannt ist. Und das obwohl die viertägige Veranstaltung, die in einem Park bei München stattfindet, eine über 20-jährige Tradition vorweisen kann. Das liegt wohl vor allem daran, dass das kostenlose, familienfreundliche Unternehmen sich keine großen Namen leisten kann und deshalb auf kleine befreundete Bands aus dem Münchner Raum zurückgreift. So wie Stefan Stoppok eben, der ja neuerdings am Stanberger See residiert und sich hier gegen eine Aufwandsentschädigung als Haupt-Act die Ehre gab.
Nachdem die ersten Tage bei durchaus passablem Wetter vor allem Bier in Strömen geflossen war, entwickelte sich der abschließende Sonntag zum Naturereignis. Der Himmel öffnete seine Schleusen und der Festplatz verwandelte sich erst in eine große Pfütze, dann in einen kleinen See und schließlich in einen veritablen Bach, der an der großen Bühne vorbei durch die beiden Zelte floss. In denen hatte eine bunt gemischte Schar entschieden, dass es nichts macht, bis über die Knöchel im Schlamm zu stehen, wenn man dabei nur trockenen Hauptes weiterfeiern kann. Mit Stoppok hatte da wohl keiner mehr gerechnet, aber der hielt sein Versprechen. Barfuß, die Schuhe in der Hand, kämpfte er sich mit seiner Band durch Regen und Morast, um einen seiner eher ungewöhnlicheren Auftritte zu absolvieren.

Statt großer Freiluftbühne und überfülltem Festivalhügel sind überschwemmtes Zirkuszelt und familiärer Rahmen angesagt und viele der Anwesenden kennen den Lokalheroen aus dem Pott, der da ewig versucht, seine Gitarren in Stimmung zu bringen, überhaupt nicht. In der kleinen Besetzung mit Bassist Worthy ist er angetreten und am Bühnenrand hat sich eine Mutter-Kind-Gruppe formiert, die wohl besinnliches erwartet hatte, aber deutlich positiv überrascht ist, als mit "Confusion" ein ziemlich flotter Eröffner gegeben wird. "Wenn ihr so weitermacht, haltet ihr das nicht bis zum Ende durch" werden die begeisterten Beifallbekundungen kommentiert und bald hat Stoppok sein Publikum fest im Griff. Eloquent und witzig gelingt es ihm auch die letzten grölenden Betrunkenen zu bändigen und für sich zu gewinnen und spätestens als der Eingeborene Wolf Wolf sein Cajon besteigt, um den sowieso schon ziemlich treibenden Songs mit präziser Percussion den letzten Drive zu verleihen, ist alles auf den Beinen.

Irgendwann wird das Spiel gespielt, in dem das Publikum in einer Abstimmung durch Lärmen zwei Finger bestimmt, weil Stoppok behauptet, er würde dann das nächste Solo damit spielen. Die Tobende Meute verlangt nach Daumen und kleinem Finger und Stefans vollmundige Ankündigung erweist sich als bloße Aufschneiderei. Egal, alles ist amüsiert und wird noch stundenlang weiter unterhalten. Alle Platten kommen dran, irgendwann darf auch Worthy einen seiner Songs singen, in den Pfützen wird getanzt und am Ende gibt es noch eine kleine Schlammschlacht (siehe Fotos).

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Text: -Dirk Ducar-
Foto: -Dirk Ducar-


 
 

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