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Konzert-Bericht
 
Let's rock!

Paula

Bochum, Matrix
21.10.2002
Paula
Paula, diese äußerst sympathische Electro-Pop-Band um Elke Brauweiler und Berend Intelmann, startete ihre "Städte"-Tour in der Bochumer Matrix (ein recht seltsamer Ort für eine Band wie Paula, da in der Matrix eher Dark Wave- und Metal-Konzerte stattfinden - was auch Elke während des Konzerts verwundert dem Publikum mitteilte und sich einen Kommentar auf Joachim Witt nicht verkneifen konnte), und diejenigen, die bereits in den Genuss gekommen waren, ein Paula-Konzert auf der letzten Tour erlebt zu haben, wussten in etwa, was ihnen soundtechnisch entgegen kommen würde, denn im Gegensatz zum Studio-Line-Up verstärken sich Elke und Berend live um Bassisten Arne und Gitarristen Benja und bieten eine hervorragende Rock-Show. So wurde auch in Bochum fast zwei Stunden lang gerockt, was das Zeug und Elke's Stimme hielt.
Los ging es mit dem Song "Ärger" vom Album "Himmelfahrt", und schon konnte man die ersten verwunderten Gesichter im Publikum ausmachen. Verwundert deswegen, weil dort schließlich vier Leute auf der Bühne standen, die neben den Keyboards auch "richtige" Instrumente spielten und den elektronischen Versionen der Songs ein richtiges Live-Feeling einflößen konnten. Songmäßig gab es einen wunderbaren Querschnitt durch alle Alben, wobei es natürlich vorrangig darum ging, die neuen Songs von "Warum Berlin" live zu präsentieren. Besonders hervorzuheben sind hier die Stücke "Ich weiß zuviel" mit seinem sehr druckvollen und energiegeladenen Ende und die hervorragende nächste Single "Ich denke nicht oft an dich". Als wahrer Live-Knaller stellte sich eine B-Seite der "Die Stadt"-Single heraus, "Zurück" nämlich. Auf CD ist der Song schon grandios, aber live entwickelte er noch mehr Dynamik wird sicherlich ein fester Bestandteil des zukünftigen Live-Programms sein. "Tadelloses Paar", "Die Stadt" und "Wenn ich mich erinnerte" wurden u.a. noch vom aktuellen Longplayer gespielt, das Publikums tobte bei "Jimmy", "Von guten Eltern", "Liebster", "Als es passierte", "Wir hängen rum" und "Süsser Morgen". Als vorletzter Song wurde "Ca plane pour moi", der einzige Hit von Plastic Bertrand, in einer großartigen Rock-Version dargeboten, bei der Elke sich alles aus dem Leib schrie - was beinahe dazu führte, dass sie den letzten Song des Konzerts, das ruhige "Verlaufen", stimmlich angeschlagen absolvieren musste. Aber es passte einfach alles an diesem Abend, ein toller Tour-Auftakt, und wieder einmal wurde bewiesen, dass Electro-Pop live auch richtig rocken kann.


NACHGEHAKT BEI: PAULA

Vor dem ersten Konzert der "Städte"-Tour von Paula hatte Gaesteliste.de das Vergnügen, mit Elke zu reden, während Berend die letzten Probleme mit dem iBook beseitigte...

GL: Ist man vor dem ersten Konzert einer Tour besonders nervös, und malt man sich alles aus, was noch schiefgehen könnte? Berend kämpft ja momentan noch mit der Technik...

Elke: "Ja, irgendwie schon, denn wir haben ja jetzt eine neue Platte draußen und obwohl die Stücke alle drin sind, ist es natürlich eine neue Situation. Wir haben ja jetzt drei Alben und spielen auf dieser Tour das längste Set, das so ungefähr eindreiviertel bis zwei Stunden dauern wird - was mir auch etwas Angst macht, dass ich stimmlich nicht durchhalte. Außerdem wissen wir ja auch nicht so genau, wie die Leute jetzt hier so drauf sind, denn wir spielen viele Songs vom neuen Album, aber die Leute wollen natürlich auch gerne die alten Hits hören."

GL: Zu Beginn eurer Karriere seid ihr ja noch zu zweit aufgetreten, du mit Berend, ein paar Keyboards und der Rest kam von Band. Macht es jetzt mehr Spaß, als richtige Band auf der Bühne zu stehen?

Elke: "Ja, auf jeden Fall! Zuerst kam Benja an der Gitarre hinzu, danach kam Arne, der Bass und Keyboard spielt. Berend spielt größtenteils Schlagzeug, bei manchen Stücken Keyboard oder Gitarre, und ich singe halt und spiele manchmal Keyboard. Das ist natürlich alles ein bisschen rockiger als auf Platte. Man erkennt ja die Stücke definitiv, und ich denke, es ist für die Leute ganz geil, wenn es live alles mehr losgeht. Es ist auch spaßiger, wenn man zu viert auf der Bühne steht, als nur mit zwei Leuten, und so ein Bandgefüge finde ich auch ganz gut, obwohl Berend und ich weiterhin nur zu zweit an neuen Stücken arbeiten."

GL: Haben denn Arne und Benja auf die Auswahl des Live-Sets Einfluss, oder bestimmt nur ihr beiden, was gespielt wird und was nicht?

Elke: "Mehr oder minder macht Berend eigentlich die Vorauswahl, zusammen mit mir natürlich, und dann bieten wir das den anderen an. Es ist natürlich nicht so, dass keiner dazu etwas zu sagen hätte, aber es steht dann schon eigentlich fest, was gespielt wird. Es gibt auch keine Stücke, die jemand nicht spielen will, und wenn, dann geht's uns allen so, weil manche Stücke sich einfach mit der Zeit etwas abgenutzt haben, aber wir haben ja jetzt genug Auswahl. Es gibt schon so eine gewisse Verteilung - Berend ist schon so ein bisschen der Bandleader, was auch ganz gut ist, wenn einer so ein wenig den Ton angibt."

GL: Wird es eigentlich irgendwann zur Qual, immer wieder den "Hit" "Als es passierte" spielen zu müssen?

Elke: "Wir spielen es natürlich immer, weil wir ja auch wissen, was wir mit diesem Song gewonnen haben, aber für mich ist es jetzt nicht so das große Ding wie für die Leute. Wir spielen es eben, weil wir wissen, dass die Leute es hören wollen. Genauso wie viele andere Stücke vom ersten Album. Das erste Album ist immer noch der Knaller, vom zweiten Album wissen viele Leute gar nicht, dass es existiert. Wir mögen die Stücke vom ersten Album natürlich immer noch, aber es gibt viele andere, die wir ein wenig mehr mögen."

GL: Wenn man wie ihr jetzt vier Wochen am Stück auf Tour ist, bekommt man irgendwann den berühmten Tourkoller? Und wie sieht es eigentlich nach der Show bei euch backstage aus?

Elke: "Wir sind glücklicherweise immer mal wieder zwischendurch zu Hause in Berlin und können kurz Pause machen, aber das mit dem Zusammenhocken auf Tour klappt wunderbar, wir verstehen uns alle super und da ist es noch nie zum Streit oder so gekommen. Zum Thema Aftershow: Also, es ist natürlich nicht so, dass wir direkt nach dem Konzert ins Bett gehen, aber wir sind auch keine Rock N Roll-Band, sondern eher Popper, und dementsprechend trinken wir natürlich alle mal was, wir rauchen nicht so besonders viel, es ist schon alles sehr gemäßigt. Aber anders hält man das auch gar nicht durch, ich habe ja jetzt auch keine Whiskey-Stimme. Und jeden Abend durchfeiern, das wird ja auch irgendwann mal langweilig. Wir zerstören auch keine Hotel-Zimmer. Wir sind unglaublich brav. Aber das kann ja noch kommen. Wenn wir so richtig erfolgreich sind, machen wir das auch mal...hahaha"

GL: Wie sehen denn die Pläne für die Zeit nach dieser Tour aus?

Elke: "Wir werden im Frühjahr nochmal für vier Wochen auf Tour gehen, aber es wird im nächsten Jahr kein neues Paula-Album geben, wahrscheinlich erst im übernächsten Jahr. Wir haben jetzt in zwei bis drei Jahren drei Platten gemacht, und wir brauchen einfach mal eine Pause. Ich möchte solomäßig etwas neues machen, Berend möchte auch mal wieder andere Sachen produzieren oder evtl. auch ein neues eigenes Album machen."

GL: Aydo Abay von Blackmail (und neuerdings mit seinem Projekt Ken unterwegs) meinte neulich im Gespräch mit Gaesteliste.de, dass er im Rahmen von Ken auch gerne etwas mit euch zusammen machen möchte...

Elke: "Ja, Aydo und ich wollten schon lange mal ein Duett singen, aber das hat bisher leider nicht geklappt. Das ist auch mein großer Plan: Ich möchte unbedingt mal ein Duett singen! Eigentlich sollte ich das mal mit Jochen Distelmeyer von Blumfeld machen, aber an den ist immer so schwer heranzukommen. Er ist großer Commercial Breakup-Fan [ein Projekt, bei dem Elke als Sängerin dabei war, aber inzwischen ausgestiegen ist], und er hat uns damals einen unheimlich langen Fan-Brief geschrieben. Es würde mich freuen, wenn das mit Jochen mal klappen würde, denn für mich ist er einer der herausragendsten Sänger in der deutschen Musiklandschaft. Ich bin schon immer ein Fan gewesen, aber noch sehr viel mehr von seinem Singen, nicht so sehr von seinem Sprech-Gesang. Ich hatte mich so gefreut, als er endlich angefangen hat, zu singen..."

Surfempfehlung:
www.paula-musik.de
Text: -David Bluhm-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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