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What's So Funny About Munich

Monostars
Les Dickinsons/ The Sound of Money

München, Alte Kongresshalle
18.06.2003

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Monostars
Seit der Flughafen aus der Stadt und die Messe auf das alte Flughafengelände gezogen ist, taucht das alte Kongresszentrum an der Theresienhöhe immer mal wieder als Veranstaltungsort im Münchner Nachtleben auf. Der unter Denkmalschutz stehende 50er Jahre Bau bietet ein rundum nierenförmiges Ambiente mit fast schon feierlich nostalgischem Beigeschmack. Genau das richtige, um sich auf der gemeinsamen Deutschlandtour daheim die Ehre zu geben, haben sich wohl die Leute von den Monostars, Les Dickinsons und Sound of Money gedacht und am Ende wurde es auch ein richtiges Heimspiel.
Das kleine Hamburger What's So Funny About Label hat die drei Münchner Bands, die alle unlängst mit neuen Veröffentlichungen auf sich aufmerksam machten, gemeinsam auf Tour geschickt und das hatte schon einen gewissen kumulativen Effekt. "In Berlin 10 Leute, in Hamburg 10 Leute und hier volles Haus!" jubelte einer der Dickinsons zu Beginn des Sets und das kam natürlich nicht ganz von ungefähr. Neben den Regulars unter den Münchner Konzertgängern und den vereinten Fanbases der Bands bestand das Publikum wohl auch zu einem Drittel aus Friends & Family. Interessante Mischung, freundliche Stimmung und dass man vor dem für hiesige Verhältnisse späten Konzertbeginn noch im zugewachsenen Innenhof ein Bierchen zischen und ein wenig plaudern konnte, hat wohl niemanden wirklich gestört.

Das Duo Sound Of Money eröffnete den Abend mit den Songs aus den Debütalbum "Throw Money" und passend zum Thema des Konzeptalbums hatten die beiden mit Liebe ausgewählte Filmausschnitte, in denen nach Herzenslust im Mammon gewühlt und vom schnellen Reichtum geträumt wird, auf die Bühnenrückwand projiziert. Den elektrifizierten Diskonummern mit deutlichem 80s Einschlag fehlte es allerdings etwas an Kohärenz und der Spagat, den das Live-Spiel zu Playbacks erfordert, gelang nicht ganz. Trotzdem hatten Sound Of Money das Publikum auf ihrer Seite nicht zuletzt wohl wegen der unprätentiös realistischen Ansagen und Kommentare von Claudia Kaiser und Albert Pöschl. Zwischen den Auftritten der Bands war übrigens nicht warten sondern Amüsement mit weiteren Lustbarkeiten angesagt und bevor's musikalisch weiter ging las Claudia Kaiser ein wenig aus ihrer Erzählung "Rocken und Hosen" vor.

Als nächstes kamen die Elektropopper Les Dickinsons dran und etwas mehr Bewegung ins Auditorium. Das Trio hatte in Ermangelung eines eigenen Schlagzeugers einfach das Who-is-Who der Bayrischen Alternative Szene an die Wand geworfen und so saß etwa beim Eröffnungstrack Markus Acher von Notwist als virtueller dritter Mann am Schlagzeug, trommelte zum Entzücken des Betrachters im Gleichtakt zum Playback und sah sich vom Zuschauerraum aus auch noch real dabei zu. Ziemlich authentisch wurden die Songs der aktuellen Veröffentlichung "On My Lips" zum Vortrag gebracht und Rezeption und Verwurstung von 80er Jahre Sounds schien zum roten Faden des Abends zu werden. Denn im Anschluss an das Zweite Set des Abends gab's auch noch eine "Bastard Modenschau" mit Kreationen aus Flohmarkt-Fundstücken der entsprechenden Ära.

Das witzig angesagte surfen auf den sich brechenden Wellen der Revivals fand aber mit dem Auftritt der Monostars, die weit nach Mitternacht mit ihrem Auftritt den Abend beschließen sollten, ein Ende. Neuerdings als Trio (der Schlagzeuger Ralf Nickolaus hat die Band längst verlassen und hilft auf der Tour nur noch mal aus) brachten sie die im Vergleich zum bisherigen Werk wesentlich ernsteren Songs des aktuellen Albums zum Besten. Ein bisschen scheint alles auf der Kippe zu stehen bei den drei verbliebenen Monostars und das endgültige Ende der Postadoleszenz scheint zentrales Motiv in Text und Musik. Natürlich gab's aber auch bekanntes und eher heiteres vom Vorgängeralbum "Stop Making Friends" zu hören und ein Gutteil des Auditoriums hielt auch tapfer bis um 2 Uhr Morgens durch. "Nichts für immer" ist der Titel des aktuellen Albums. Mit den Monostars wird aber wohl noch eine Weile zu rechnen sein, die Suche nach einem Ersatz am Schlagzeug hat längst begonnen und am Rande des Konzerts konnte auch schon eine Anwärterin auf den Posten in Augenschein genommen werden.

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Surfempfehlung:
www.monostars.de
www.lesdickinsons.com
Text: -Dirk Ducar-
Foto: -Dirk Ducar-

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