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Kuschelrock

Entombed
Dogday

Hamburg, MarX
06.07.2003
Entombed
Entombed. Eine Institution der schwedischen Deathmetal-Szene. Seit Jahren dabei, seit Jahren von den Fans der Gröhl-Metal-Szene geliebt. Doch anstatt ausschließlich riesiger, langhaariger, bedrohlich aussehender Rockergangs traf sich ein buntes Völkchen an Rock'n'Rollern, Punks, Metallern und Neugierigen im Foyer der Markthalle und jeder fühlte sich von Anfang an einfach wohl. Es war richtig gemütlich. Die komplette Band, bei der auch mal ein ein gewisser Nicke Hellacopter angestellt war und die dem reinen Deathmetal inzwischen entwachsen ist und immer mehr rockigere Einflüsse zulässt, saß nahezu komplett am Merchandise-Stand, freute sich über den Besuch von Tiamat-Mastermind Johan Edlund und genoss den Kontakt zu den Fans.
Da war es fast störend, dass im Inneren des Markthallen-Ablegers die Jungs von Dogday ihre Instrumente aufbauten und die Gemütlichkeit zu stören gedachten. War man aber erst mal im wahrlich ungemütlichen Viereck MarX und lauschte den Klängen des Vierers aus dem Ruhrpott, wollte man gar nicht mehr raus. Zu gut war die Musik. Die war, nicht wie so häufig, eine Kopie des Headliners, sondern ein unterhaltsamer Mix aus toolischen Gesangslinien, Hardcore-artigen Schreien, Heavy-Metal-Gitarren und einem gewissen Waterdown-Flair. Ein unscheinbarer Bassist und ein in bester Scorpions-Manier posender Gitarrist flankierten einen Sänger, der sich schon wie ein Großer auf der kleinen Bühne benahm. Hier ein lockerer Spruch, da ein Kommentar ins Publikum, kurz Schweiß abwischen und weiter geht's. Eine gute halbe Stunde rockten Dogday, es wurde voller und voller, der Applaus wurde lauter und lauter und am Ende konnte die Band einen recht überzeugenden Sieg einfahren.
Entombed
Ein recht überzeugender Sieg? Darüber können Entombed doch nur müde lächeln. Ein caesarischer Sehen-und-Siegen-Feldzug muss es dann schon sein. Und natürlich war es den Schweden auch diesmal ein Leichtes, die einigen hundert Jünger binnen Sekunden in größte Verzückung zu versetzen. Entombed konzentrierten sich hauptsächlich auf ihre alten Mattenschwinger aus Todesblei-Zeiten und vernachlässigten dabei leider etwas ihre Death'n'Roll-Nummern, was bei den Hardcore-Fans der ersten Stunde aber natürlich besonders gut ankam. Immer wieder verirrten sie sich auf de Bühne, zeigten ihren Popo (Petrov: "Our Special-Effects") und sprangen in die wogende Masse. So hatten auch die Nicht-Metaller ihren Spaß und erfreuten sich an der verdammt guten Stimmung im sehr gut gefülltem und verdammt heißen MarX und der spiel- und moshfreudigen Show der Band. Besonders Schreihals Petrov hörte gar nicht mehr auf, seine ihren Namen völlig zu unrecht tragenden Haare - es sind nur ein paar nasse Strähnen, die noch aus seinem Schädel wuchsen - zu schütteln und mit seinen Deutschkenntnissen zu prahlen. Und wenn sich dann noch ein recht imposant wirkender Glatzkopf Sandström nicht entscheiden kann, ob er zwischen kurzen Gast-Grunzern und fleißigem Basszupfen lieber grimmig schauen oder zufrieden lächeln soll und daher beides macht, ist eigentlich alles gut. Auch für Nicht-Metaller.
Surfempfehlung:
www.entombed.org
www.entombed.com
www.dogday-music.de
Text: -Mathias Frank-
Fotos: -Mathias Frank-


 
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