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Don't believe the hype

Serafin
Camper

Hamburg, Tanzhalle St. Pauli
11.07.2003

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Serafin
Vor der Tanzhalle wird fleißig diskutiert, überlegt, sich ausgetauscht. Namen wie Coldplay, Weezer, Jane's Addiction, Nirvana und die Beach Boys werden genannt. Die wenigsten haben schon wirklich was von Serafin gehört, einige kennen immerhin das Video von der Bandpage. Aber was sie für Musik machen? Keiner weiß es so genau. Und trotzdem sind viele auf die dunkle Seite des Kiezes, die Seite des Hans-Albers-Platzes, gekommen. Medienvertreter, Labelmenschen, Neugierige. Denn laut britischen Musikjournalisten sollen Serafin ja mal wieder das nächste große Ding sein. Davon will man sich selber überzeugen. Und daher ist die Tanzhalle St. Pauli auch voll. Es sind wohl über hundert Leute da.
Beim Anheizer Camper hält sich die Begeisterung noch in Grenzen. Zu unspektakulär ist ihr angebritischter Indie-Rock. Mit etwas gutem Willen kann man vielleicht Supergrass oder Radiohead als Inspirationen heraus hören. Aber mehr auch nicht. Eine gute halbe Stunde versucht das Hamburger Quintett Stimmung in den Laden zu bringen. Und trotz ein paar ganz guter Parts ernten sie nicht mehr als Höflichkeitsapplaus. Es kann nur besser werden.

Und das wird es dann auch. Serafin betreten die Bühne, Fotografen drängeln sich vor die Bühne, die Gitarren werden ein letztes Mal gestimmt und die Multi-Kultiband (Ben Fox (Gesang, Gitarre) kommt aus England, Gitarrist Darryn Harkness aus Schottland und Bassist Ben Ellis und Drummer Ronny Growler aus Neuseeland) legen mit "Stephen's In The Sky" kräftig-rotzend los und zerstören damit gleich mal alle Hoffnungen auf einen entspannten Abend mit den neuen Coldplay. Ein Name wäre also schon mal von der Liste gestrichen. Auch die Beach Boys verabschieden sich schnell aus dem Rennen und was bleibt ist eine laute, schrotige Mischung aus den übrig gebliebenen Verdächtigen. Die Kraft, der Punk und die Rotzigkeit von Nirvana, die Melodien von Weezer und der Charme und der Mut zum Anderen von Jane's Addiction. Deren neue Platte "Stray" übrigens verdammt gut rockt. Mal so nebenbei. Und dann schimmern zwischendurch noch britische Einflüsse durch. Interessant und gut das Ganze.

Vor der Bühne bewegt sich nicht viel, ein paar nicken mit den Köpfen, nur ein junger Herr deutet seine Lust zum Tanzen an, aber eigentlich sind alle sehr zufrieden. Begeistert wäre jedoch etwas übertrieben. Trotzdem wird es in der Tanzhalle immer heißer. Die Band witzelt herum, sucht den Kontakt zum Publikum, indem es zum Beispiel einer jungen Dame aus der zweiten Reihe die Entscheidung überlässt, ob man einen ruhigen oder schnellen Song spielen soll. Sie entscheidet sich für einen ruhigen. Die Show ist gut. Ben Fox konzentriert sich auf's Singen und Gitarrespielen, bedankt sich und sagt die nächsten Songs an. Die erste Single "Things Fall Apart" zum Beispiel. Bekannt aus dem Video, kommt es live eine Nummer härter. Und besser. Auch "Day By Day" oder "No Happy" wissen zu überzeugen. Darryn und Ben Ellis sind für die Action verantwortlich. Da wird gepost, geprügelt und manchmal sogar aufs Keyboard gehauen. Sie lassen sich von den coolen und wichtigen Leuten im Raum nicht irritieren und fabrizieren Rock'n'Roll. Eine halbe Stunde und zehn Songs später ist mit "Lethargy", dem besten Song des Abends, Schluss. Schön war es. Die Zukunft des Rock'n'Rolls sind Serafin sicher nicht. Eine verdammt gute Band aber allemal. Im August erscheint ihr Album "No Push Collide".

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Surfempfehlung:
www.serafin.co.uk
www.serafin-music.de
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Mathias Frank-


 
 

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