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Konzert-Bericht
 
Black Flag are back

Rollins Band

Hamburg, Fabrik
14.07.2003
Rollins Band
Kein "Liar", kein "Disconnect", kein einziger Song der Rollins Band. Und trotzdem sah man nach dem Konzert nur glückliche, verschwitzte, zufriedene und begeisterte Fans. Über eine Stunde purer amerikanischer Hardcore und Punkrock aus den 80er Jahren lag hinter ihnen. Eine Stunde Black Flag. Eine Stunde totale Energie und mächtig viel Power. Henry Rollins war auf Benefiz-Tour und spielte für die "West Memphis 3", drei amerikanische Jugendliche, die wegen Kindermordes verurteilt wurden, obwohl ihre Schuld nie wirklich bewiesen wurde. Als Indizien reichten ein paar schwarze Shirts und Heavy-Metal-Platten.
Die Fabrik war voll, die Fabrik war heiß und in der Fabrik herrschte schon etwas wie Aufregung. Schließlich sollte es kein normales Konzert werden. Ausschließlich Black-Flag-Klassiker standen auf dem Programm. Gleich der erste war einer der ganz großen: "Rise Above". Und dann ging es Schlag auf Schlag. "Amercian Waste, "Gimmie Gimmie Gimmie", "Police Story" oder "No More", es war schlicht herrlich. Wer vor diesem Konzert kein Black-Flag-Fan war, ist es spätestens jetzt. Ein Kracher jagte den nächsten, Verschnaufpausen gab es kaum. Und auch wenn die Songs häufig nur eine Länge von weit unter einer Minute hatten, sie sagen trotzdem alles, was gesagt werden muss. Der Meinung ist auch Mister Rollins: "Ich muss keinen Müll reden, die Musik spricht für sich." Und weiter im Programm.

Vor der Bühne herrschte Euphorie. Menschen flogen durch die Luft, jede Zeile wurde mitgesungen, das Bier spritzte von allen Seiten. Und alle schauten auf Rollins. Das Phänomen. Der Mann, der nur ein paar Muskeln anspannen muss, um eine ungeheuere Energie zu verströmen. Und genau das tat er ununterbrochen. Stets in Bewegung, stets schreiend und stetig mehr schwitzend zeigte Rollins, was ein echter Punk ist und bot eine klasse Show. Sehr zur Freude des weiblichen Publikums klebte sein Shirt schon nach kurzer Zeit hauteng am Körper und die Damen konnten hemmungslos gen Bühne schmachten. Doch sie mussten bis zur Zugabe warten, bis sich das Muskelpaket dann endlich oben ohne präsentierte. Bis dahin wurde Deutschland für sein Nein im Irak-Krieg gedacht, George W. Bush beschimpft, fleißig auf die Bühne gespuckt und einfach Punkrock zelebriert.

Wenn es nach den tapfer der Hitze strotzenden Fans gegangen wäre, hätte die Zeitreise ewig so weiter gehen können. Als sie auch nach der Zugabe einfach nicht gehen wollten, griff die Rollins Band in die Cover-Kiste und zauberte zwei Ramones-Songs als Rausschmeißer hervor: "Gimme Gimme Shock Treatment" und "Rockaway Beach". Ein letztes Ausflippen vor der Bühne, ein letztes Mal Hände schütteln und nach wohl fast 30 Songs fand ein denkwürdiges Konzert sein Ende.
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Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-

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