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Gerade noch gut

Deftones
A Perfect Circle

Berlin, Columbiahalle
29.09.2003
Deftones
Natürlich freuten sich alle Besucher auf die Deftones. Und natürlich freuten sich auch alle Besucher auf A Perfect Circle. Aber eine Frage bestimmte diesen Abend: Spielen sie es gemeinsam? Sollte man in den Genuss des Moreno / Keenan-Duetts kommen? Würden sie "Passenger" tatsächlich live performen? Selten wurde vor einem Konzert so über einen einzigen Song diskutiert.
"I wanna hear this song too", sagte Chino Moreno, nachdem ein Großteil der Zuschauer bereits zu früher Stunde immer wieder den Titel skandierte. Und er feuerte sie mit "Maynard, Maynard"-Rufen auch noch an. Und steigerte so die Vorfreude, machten den überwiegend begeisterten Fans Mut. Doch anstatt des "Passenger"-Intros donnerten die Deftones einen Querschnitt ihrer Alben in die Menge. Angefangen mit "Minerva" über "My Own Summer (Shove It)", "Around The Fur", die neue Single "Hexagram", "Digital Bath" bis zu "Change" und "7 Words" als Rausschmeißer. An Hits mangelte es dem Quintett aus Sacramento sicher nicht. Wohl aber an einem guten Mann an den Soundreglern. Denn da konnte Chino noch so wundervoll singen und schreien, aus den Boxen quollen matschige Klänge, die wenig Spaß machten. Und wenn Chino dann noch seinen Einsatz verpasst oder sich bei seinen Versuchen an der Gitarre auch noch vergreift, macht sich glatt ein wenig Enttäuschung breit. Aber nur ein wenig. Denn mit unbändiger Spielfreude und sympathischer Nähe zum Publikum machten die Jungs eine Menge wieder gut und sorgten für begeisterte Hüpforgien vor der Bühne.
Das ziemliche Gegenteil war der Auftritt von A Perfect Circle, die die Columbiahalle sicher auch alleine gefüllt hätten, diesmal aber den Support machten. Zwar wurde auch hier vor der Bühne fleißig gefeiert, aber von Spielfreude war bis auf einen fleißig auf die Drums prügelnden Josh Freese nicht viel zu erkennen. James Iha und Billy Howerdell griffen gekonnt und punktgenau in die Saiten, achteten aber darauf, nicht ihren Platz zu verlassen. Das gleiche galt für Neu-Bassist Jeordie Orsborne und natürlich Maynard James Keenan selbst. Bewegung ist nicht die Stärke dieser All-Star-Band. Der auf einem Podest stehende Maynard begann hinter einem weißen Tuch und ließ das gute alte Schattentheater wieder aufleben. Auch als der Vorhang fiel, sah man den Sänger nur von hinten. Und hörte ihn wundervoll. Denn der Sound war einige Nummer besser als er später bei den Deftones sein sollte. So war es klasse, sich die Songs der beide APC-Platten anzuhören. Das Schauen war aufgrund der kaum statt findenden Bewegung auf der Bühne dagegen etwas ermüdend. Und da konnte Keenan sich noch so nett bedanken und die Fans darum bitten, bei den Deftones ihre Unterwäsche auf die Bühne zu schmeißen.

Beide Auftritte waren nicht nur aufgrund der zum Teil überragenden Songs und der mehr als guten Stimmung ohne Zweifel gelungen, wirklich begeisternd war keiner. Und wer nicht dabei gewesen war, muss sich nicht unbedingt ärgern. Das müsste er nur, wenn die beiden Vokalisten "Passenger" zum Besten gegeben hätten. Denn das haben sie natürlich nicht.

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Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-

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