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Roadrunner auf Tour

Ill Nino
Spineshank/ Chimaira

Hamburg, Markthalle
11.10.2003
Ill Nino
"Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein" sangen einst Tocotronic. Wer das heute noch immer möchte, hat mit einem weißen T-Shirt kaum die Chance dazu. Schwarz muss es sein. Genau wie die Haare, die Hose und natürlich die Fingernägel. Dazu trägt man seine Hose gekonnt baggy, befestigt eine möglichst dicke Kette an seiner Hose, trägt wenn möglich ein Nietenhalsband und selbstverständlich ein T-Shirt von coolen Bands wie Slipknot oder Linkin Park. Dann ist man Teil einer Jugendbewegung und kann sich auf Konzerten wie der Roadrunner Roadrage sehen lassen.
Die drei Bands auf der Bühne waren zwar älter als fast 90 Prozent der Anwesenden, entsprachen optisch aber genau den oben genannten Anforderungen. Und wirkten trotzdem so dermaßen ehrlich, wie man es schon lange nicht mehr gesehen hat. Roadrunner hatte drei seiner mittelgroßen Bands auf eine gemeinsame Tour geschickt und damit etwas geschafft, was Bands wie Stone Sour mit Slipknot-Mitgliederm nicht gelungen ist: Sie haben einen Club mit über 1 000 Leuten ausverkauft. In der Markthalle ging nichts mehr, selten war sie so eng und heiß und einfach brechend gefüllt wie an diesen Samstag. Schon beim Opener Chimaira brach die Hölle los, schwitzende Leiber, wohin man sah. Die Band feuerte ein Feuerwerk an "New Wave Of Heavy Metal" ab und keiner der Fans schonte sich für die offiziellen Hauptacts. Leider kamen viele erst zu spät in den Club, da sich vor der Tür eine beachtlichte Schlange bildete und sich die Leute durch einen Zimmertür-großen Einlass zwängen mussten. Zur Ablenkung konnten man auf im Foyer hängenden Bildschirmen aber David Beckhams genial verschossenen Elfmeter gegen die Türkei schauen.

Bei Spineshank waren dann aber wirklich alle da, freie Plätzchen gab es keine mehr und das Quartett um Stimmwunder Jonny Santos zeigte in beeindruckender Weise, wie der Metal im Jahre 2003 zu klingen hat. Wer vor vier Jahren das Glück hatte, die Band vor Fear Factory zu sehen, konnte schon erahnen, wie gut die Jungs auf der Bühne sind. Doch in der Zwischenzeit haben sie sich um ein Vielfaches gesteigert. Selten versprühte eine Band eine solche Energie, eine solche Kraft und eine solche Spielfreude. Voller Wucht kamen neue Songs wie "Violent Mood Swings" oder "Beginning" und alte Kracher der Vorgänger-Alben aus den Boxen, die Meute tanzte, surfte und auch ältere Semester schwangen fleißig ihre Häupter, reckten die Fäuste in die Höhe und irgendwie jeder, der noch Luft zum Atmen hatte, war zufrieden. Und wer diese nicht hatte, war es auch.

Ein ähnliches Bild bot sich bei Ill Nino. Man musste eigentlich befürchten, dass ein Großteil der Anwesenden wenigstens ein wenig erschöpft war. Aber keine Chance, bei den südamerikanischen Tribel-Metallern, inzwischen mit Ex-Machine-Head-Member Ahrue Luster an der Gitarre, war die Markthalle nicht einen Deut leerer und genauso viele Leute sprangen und surften und schwangen die Faust wie bei Spineshank. Bei ebenfalls richtig gutem Sound und herrlichem Licht standen Ill Nino ihren Vorgängern in nichts nach und konnten als dritte Band absolut überzeugen. So ging das Konzept der Roadrunner Roadrage, drei junge Bands gemeinsam auf eine Tour zu schicken, absolut auf und einer dritten Auflage dürfte nichts im Wege stehen. Es sei denn, die Jugendbewegung schlägt ganz plötzlich einen neuen Weg ein...

Spineshank
NACHGEHAKT BEI: SPINESHANK

Vor dem Konzert in der Hamburger Markthalle sprach Gaesteliste.de mit Spineshank-Gitarrist Souren "Mike" Sarkisyar.

GL: Was erwartest du von der Roadrage-Tour?

Mike: Eine ganze Menge. Heute und auch morgen in Köln sind die Shows ausverkauft, es werden also verdammt großartige Shows werden. Außerdem waren wir seit vier Jahren nicht mehr hier, ich hoffe also, dass einige Kids richtig Bock auf uns haben. Haha.

GL. Wie ist das Verhältnis zwischen den Bands?

Mike: Das ist sehr gut. Wir kennen die beiden Bands schon sehr lange. Chimaira haben wir zum Beispiel schon mit auf Tour genommen, bevor sie einen Plattendeal hatten. Wir sind alle irgendwie Freunde, hängen viel zusammen ab und es herrscht eine sehr entspannte Atmosphäre.

GL. Es gibt also keinen Wettstreit, wer die meisten Shirts verlauft oder die meisten Diver auf der Bühne hat?

Mike: Nein, haha, darum kümmern wir uns nicht.

GL: Was bedeutet es für euch, mit Label-Kollegen zu spielen?

Mike: Für die Bands spielt das keine große Rolle. Es ist eben ein Vorteil für Roadrunner, dass gleich drei ihrer Band unterwegs sind. Sie müssen nicht drei Touren buchen und können sich dafür ganz auf diese eine konzentrieren.

GL: Welche drei Roadrunner-Bands hättest du für diese Shows denn ausgesucht?

Mike: Uns natürlich, Chimaira und ich würde liebend gern mal mit Slipknot spielen. Ich bin auch Fan von Ill Nino, aber ich liebe Slipknot. Das wäre ein feines Package.

GL: Ihr spielt als zweite Band, seht ihr euch als Support oder eher als Co-Headliner.

Mike: Es ist schon eine Co-Headlining-Sache. In England haben wir als letzte Band gespielt, in Deutschland beenden Ill Nino die Shows. Ich persönlich spiele lieber als zweite Band. Da haben die Leute noch mehr Kraft zum Feiern.

Surfempfehlung:
www.illnino.com
www.spineshank.com
www.chimaira.com
Text: -Mathias Frank-
Fotos: -Pressefreigabe / Mathias Frank-

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