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Konzert-Bericht
 
Unter guten Freunden

Subterfuge
Readymade/ Klee/ Pale/ The Day Club

Köln, Gebäude 9
13.11.2003

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Subterfuge
Dass unsere Düsseldorfer Freunde von Subterfuge dieses Mal stilvoll das zehnjährige Jubiläum ihres Debütalbums "Fabulous" feiern, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Zuerst gab es eine wahrhaft fabulöse Tribute-Doppel-CD namens "Fabulous Friends", auf der alles, was im deutschsprachigen Indie-Land Rang und Namen hat, Songs des besagten Subterfuge-Erstlings coverte, dann gab es eine sehr nette Release-Party in Düsseldorf, zu der Nova International aufspielten, und nun gab es sogar noch eine richtige Tour, mit Subterfuge persönlich und vielen, vielen Gästen.
Den Anfang machten - mit einiger Verspätung, die später den Gastgebern etwas zum Verhängnis werden sollte - The Day Club, die zwar an diesem Abend das Publikum gleich mehrfach wissen ließen, dass dies ihr erster Auftritt sei und Sänger Dieter Paul Neumann zudem sein Debüt als Gitarrist gäbe, jedoch Eingeweihten trotzdem unter den Namen Soap bzw. Soccer schon seit längerem ein Begriff sind. Der Name mag neu sein, das Konzept ist allerdings das alte: Britpop der klassischen Sorte präsentierte uns das Quartett, dem Sound von Großmeistern wie Teenage Fanclub nicht unähnlich, wenngleich The Day Club songwriting-technisch nicht ganz an das schottische Vorbild heranreichen. Eine feine 3" CD mit drei Songs gibt es von den vieren schon, und dieses Konzert war hoffentlich auch nicht ihr letztes.

Danach erklomm eine mysteriöserweise als The Finsbury Five angekündigte Band die Bühne, die sich bei genauerem Hingucken allerdings als Quartett entpuppte und für gewöhnlich als Pale dafür sorgt, dass Emocore auch in deutschen Landen einen guten Namen hat. Energisch und intensiv wie eh und je rockten die Aachener das Haus und hatten selbst der Tatsache zum Trotz, dass das Publikum allem Anschein nach eher auf Indie-POP denn Indie-ROCK eingestellt war, wenig Mühe, die Zuschauer auf ihre Seite zu ziehen.

Die allenthalben mit viel Vorschußlorbeeren bedachten Kölner Klee hatten danach etwas mit dem Publikum zu kämpfen. Leider bewies Bandmittelpunkt und Sängerin Suzie Kerstgens bei ihren Ansagen weder Coolness noch Größe - wenn Ansagen fast länger als die Songs dauern, ist das in seltenen Fällen eine gute Sache. Dazu muss man schon interessante oder lustige Dinge erzählen können - Suzie konnte das leider nicht. Sogar die restlichen Band-Mitglieder (darunter übrigens auch der Drummer von Subterfuge) schienen teilweise etwas angenervt zu sein. Dass die Band mit "Erinner dich" einen veritablen Hit auf der Habenseite verbuchen können und mit ihren locker-flockigen Indie-Popsongs mit einem Hang zur Elektronik eigentlich in der Champions League der deutschsprachigen Bands spielen müssten, half da auch wenig. An diesem Abend waren Klee ein ziemlicher Ausfall.

Ganz im Gegensatz zur folgenden Band, die als heimlicher Headliner des Abends so unglaublich gut war, dass sich die Herren von Subterfuge fragten, warum sie danach eigentlich überhaupt noch auf die Bühne sollten. Die Rede ist natürlich von Readymade, die nach im Sommer erlittenem Burn Out und angedrohter längerer Pause derzeit wieder richtig Lust auf die gemeinsame Musik haben. Für den Kölner Auftritt hatten sich die vier zudem einen ganz besonderen Gag überlegt: Sie präsentierten ihr Debütalbum "It Doesn't Make Sense" aus dem Jahre 1998 in Gänze, von A bis Z, und damit einige Songs, die sie zuletzt vor fünf Jahren zusammen gespielt haben - angereichert mit der inzwischen gewonnenen Bühnen-Erfahrung und einer Extra-Portion Rock N Roll. Und dabei nahmen sie es mit der Authentizität sogar ziemlich genau, und so musste (von "dürfen" darf man hier wohl nicht sprechen) Gitarrero Steffen auch erstmals seit Menschengedenken (aber eben wie auf der Platte) das Intro zu "All These Things" singen. Dass das traditionelle Schlussstück dieses Mal zu Beginn lief, machte übrigens gar nichts. Denn auch wenn das Publikum etwas träge war, konnten die vier auf der ganzen Linie überzeugen, wenngleich man in ihren Gesichtern schon einen Anflug von Erleichterung feststellen konnte, als sie bei "Saturday Morning" und damit am Ende angekommen waren.

Inzwischen war es weit nach 1.00 Uhr morgens und das Gebäude 9 merklich leerer, trotzdem gaben Subterfuge ihr Bestes, und das ist - wie der Auftritt mit Nachdruck bewies - nicht wenig. Hits und Hymnen aus zehn Jahren Subterfuge hatten sie versprochen, und die wurden auch geboten. Interessanterweise waren die Highlights genau die Songs, die das Quintett aus Düsseldorf schon länger nicht gespielt hatte. Nachdem Readymade das eigentlich als Zugabe geplante Subterfuge-Cover "Autumn Leaves" hatten ausfallen lassen, nutzten die, ähm, Originalinterpreten (wie Dieter Thomas Heck vermutlich gesagt hätte) die Gunst der Stunde und sorgten mit genau diesem Song für das heimliche Highlight ihres Sets. Fazit? Mit einem weniger aus den Fugen geratenen Zeitplan und ein paar Zuschauern mehr hätte es auch an einem Donnerstagabend ein wirklich rauschendes Fest werden können. So war es "nur" ein wirklich netter Abend mit vielen alten Bekannten und guten Freunden. Wir hoffen auf eine Wiederholung - spätestens in zehn Jahren!

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Surfempfehlung:
www.subterfuge.de
www.dayclub.de
www.thepalefour.de
www.kleemusik.de
www.readymade.de
Text: -Gaesteliste.de Festival Patrol (Bluhm & Wohlfeld)-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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