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Show vs. Songs

Maxeen
Vanilla Sky

Hamburg, Hafenklang
11.02.2004

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Maxeen
Das Hafenklang ist ein Kleinstclub am Hamburger Hafen, der von außen mehr nach einem besetzten Haus denn nach einer Live-Location aussieht. Kaputte Fenster, Grafitti, Antifa-Flyer. Ein Ort, an dem der Punk zuhause ist, junge Bands aus dem In- und Ausland die Chance zum Spielen bekommen. Bands wie Maxeen machen noch in Läden wie dem Hafenklang Station und fahren in winzigen Bussen durch die Republik. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch sie in den größeren Hallen ihre Hits performen dürfen.
"Die Tour läuft echt klasse", verrieten der singende Maxeen-Bassist Tom Bailey und Schlagzeuger Jay im Gespräch mit Gaesteliste.de. "Die Clubs sind meistens voll und wir sind echt aufgeregt, in Deutschland spielen zu dürfen. Vor allem ist es schön zu merken, dass einige Leute unsere Platte wirklich mögen." Im Gepäck hatten sie Vanilla Sky. "Wir kannten sie vorher gar nicht", sagt Tom. "Wir haben sie erst vor unserer ersten Show in Paderborn getroffen. Sie kommen aus Italien, machen echt coolen Pop-Punk und sind nicht nur sehr talentierte, sondern auch extrem nette Jungs. Wir haben eine Menge Spaß mit ihnen." Spaß verbreiteten die Italiener auch auf der Bühne. Sicher, wie so viele andere Bands erfinden auch sie den Punk nicht neu, aber sie wissen, wie man feine, eingängige Melodien schreibt, wann die Gitarre wie zu schroten hat und wenn dann auch noch der eine Sechsaiter wundervoll schreien, und der andere verdammt gut singen kann, ist eh schon eine Menge gewonnen. Musikalisch bewegen sie sich zwischen New Found Glory und Pennywise, was das Entertainment angeht, dürften eher NOFX als Vergleich herhalten. Mit einer Leichtigkeit schafften es die vier, die auf Platte leider nicht ganz so klasse klingen wie auf der Bühne, die meisten der knapp hundert Anwesenden vor die Bühne zu holen und 45 Minuten bestens zu unterhalten. Da wurde ins Publikum gesprungen, hinter dem Kopf Gitarre gespielt, Einsätze des Band-Kollegen bewusst vereitelt und schlicht sympathisch gefeiert.

Eine schlechte Kritik zum Maxeen-Album dürfte nur schwer zu finden sein. Irgendwie scheint jeder die Band zu mögen, sowohl Fans als auch Kritiker. Der Club jedenfalls war wunderbarst gefüllt, als das Trio aus dem sonnigen Kalifornien die Bühne betrat und mit dem CD-Opener "Please" gleich kräftig loslegte. Dann ging es Schlag auf Schlag, ohne viel Worte zu verlieren rockten sich die Jungs durch ihren Police-meets-Punk-Mix und ließen keinen ihrer Hits aus. Jay prügelte auf sein kleines Drumset, Shannon schrotet was das Zeug hielt und zog bei seinen Vocal-Parts die unterhaltsamsten Grimassen und Tom wirkte wie ein junger Keith Caputo. Etwas verschüchtert, aber nicht scheu. Ein wenig naiv, aber hellwach. Und mit einer Stimme ausgestattet, die auch live einfach großartig klang und zum Glück etwas weniger an Sting erinnerte. Auch bei Maxeen brauchten die Zuschauer ein paar Akkorde, bis Richtung Stimmung in der Bude war. Doch bei Songs wie der Police-Huldigung "Love Goes A Long Way", dem krachigen "Gettaway" oder der Emo-Nummer "Strangers" bleibt kaum jemand lange still. So feierten die Gitarren-Freunde, die nicht bei den zeitgleich spielenden The Darkness in der ausverkauften Großen Freiheit schwitzten, mit einer sympathischen und extremst talentierten Band, die beim nächsten Hamburg-Stop vermutlich ebenfalls in der Freiheit spielen darf.


Maxeen
NACHGEHAKT BEI: MAXEEN

Die Medien sind begeistert. Die Fans sind es auch. Maxeen gelten bei vielen als das nächste große Ding. Doch wer sind diese Jungs eigentlich? Gaesteliste.de traf sich vor der Show mit Sänger und Basser Tom und Schlagzeuger Jay, um bei Bier und Reis einmal nachzufragen.

GL: Euch gab es gerade elf Monate, als ihr euren Plattendeal bekommen habt. Andere Bands warten zehn Jahre oder ihr ganzes Leben darauf.

Jay: Ja, das stimmt und wir sind uns unseres Glückes auch bewusst. Unser Manager kennt eine ganze Menge Leute und er hat ihnen eben unser Demo vorgespielt. Es ging den ganz normalen Weg, sie mochten uns, haben sich uns auf der Bühne angeschaut, wir haben uns getroffen und uns geeinigt. So, wie es bei vielen Bands ablaufen wird. Nur, dass es bei uns eben recht schnell ging.

Tom: Es ist aber ja nun auch nicht so, dass wir gleich den Deal bekommen haben. Wir haben schließlich alle bereits in anderen Bands gespielt und da hat es nicht mit einem Plattenvertrag geklappt. Wir wissen wie es ist, wenn man erfolglos spielt. Daher freuen wir uns natürlich ganz besonders.

GL: Habt ihr denn gleich gespürt, dass es mit euch drei als Maxeen besser laufen wird?

Tom: Absolut. Und ich glaube, ich kann für alle sprechen. Wir alle spürten sofort die Energie, schon bei der ersten Probe wussten wir, dass die Chemie stimmt. Wir schrieben eine Menge Songs und waren alle von Anfang sehr aufgeregt.

GL: Tom stieß ja erst später zu euch.

Jay: Genau. Ich setze eine Anzeige in die Zeitung und Shannon (Maxeen-Gitarrist) meldete sich, der für seine damalige Band einen Drummer suchte. Wir spielten vielleicht fünf, sechs Shows zusammen, ehe ich die Band wieder verließ. Ein halbes Jahr später rief er mich an und erzählte mir von diesem singenden Bassspieler. Wir trafen uns alle und fanden schnell zueinander. Songs wie "White Flag", der ja auch auf dem Album ist, schrieben wir am ersten Tag!

GL: Ihr habt die verschiedenste Einflüsse, ob Punk, The Police oder The Pixies. Ist es nicht schwierig, die alle unter einen Hut zu bringen?

Tom: Jeder von uns bringt seine Einflüsse mit seiner Art sein Instrument zu spielen und Songs zu schreiben ein. Wir sagen jetzt nicht, wir wollen jetzt mal wie die Pixies klingen, aber aufgrund unserer Vergangenheit und unserer Vorlieben passiert das automatisch.

Jay: Natürlich kommt es mal vor, dass wir etwas toll finden, was ein anderer von uns gar nicht mag. Aber dann finden wir schon einen Weg. Zum Glück haben wir selten verschiedene Meinungen. Um deine Frage zu beantworten: Nein.

GL: Wann wusstet ihr denn, dass ihr professionelle Musiker werden wollt?

Tom: Das war mir schon als Kind bewusst. Ich erinnere mich noch, als ich 14 Jahre alt war, im Bus saß und über Kopfhörer Led Zeppelin hörte. Plötzlich wusste ich, dass ich den Rest meines Lebens Musik machen wollte.

GL: Und wann hast du gemerkt, dass es tatsächlich klappen könnte?

Tom: Sehr früh. Ich war noch auf der High School. Frag mich nicht warum, aber ich war überzeugt. Ich bin eben ein positiv denkender Mensch. Und du siehst, es hat geklappt.

Jay: Bei mir gibt es jetzt nicht so einen Moment. Aber ich bin mit Musik und Musikern aufgewachsen, ich jammte mit meinen Nachbarn und mir wurde klar, dass ich nichts anderes machen wollte als Musik. Für nichts war ich so zu begeistern, nichts fand ich so cool. Ich halte Musik für die direkteste Art von Kunst, mit ihr kann man die meisten Leute ansprechen und berühren.

GL: Wie fühlt es sich denn an, wenn man gleich mit der ersten CD recht großen Erfolg hat?

Tom: Es ist eine wahnsinnige Erfahrung! Wir sind unglaublich glücklich und dankbar, dass wir wie verrückt touren können, dass die Leute uns mögen und zu unseren Shows kommen und dass wir sogar eine zweite CD aufnehmen können.

GL: Wann können wir mit der denn rechnen?

Tom: Ich denke Ende nächster Woche.

Jay: Ernsthaft, wir probieren sie, so schnell wie möglich zu machen. Derzeit touren wir eine Menge und stellen unser erstes Album vor, aber wir schreiben schon fleißig Nummern. Aber ein wenig wird es noch dauern.



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Surfempfehlung:
www.maxeen.com
www.vanillaskyrock.com
Text: -Mathias Frank-
Fotos: -Mathias Frank-

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