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Es geht und steht

Dropkick Murphys
Frenzal Rhomb/ Roger Miret And The Disasters

Hamburg, Fabrik
23.02.2004

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Dropkick Murphys
Anlässlich des letzten Dropkick Murphys-Album trafen wir Matt Kelly zum Interview und stellten mit den sympathischen Drummer fest, dass "Blackout" nicht nur das ausgereifteste, sondern vor allem auch das unprolligste Werk der Bostoner Folkpunks sei. Dementsprechend lief die Story auch unter der Überschrift "Saufen mit Niveau". Nun, live sieht das etwas anders aus. Die neuen Stücke klingen auf der Bühne wie die alten und komplett nüchtern macht eine Murphys-Show sicher weitaus weniger Spaß als mit einem gewissen Pegel.
So waren sie alle gekommen, um eine große, lange und vor allem feuchte Party zu feiern. Die Punks mit Iro, die Rock'n'Roller mit Tolle, die Normalos mit Scheitel und die Skinheads ohne alles. Die Fabrik war trotz eines Eintrittpreises von 18 Euro mächtig gefüllt, das Bier floss in Strömen und Roger Miret And The Disasters machten den Opener. Etwas überraschend, spielt der gute Roger doch hauptberuflich bei der Hardcore-Legende Agnostic Front, sein Sechsaiter immerhin bei den US Bombs und auch ihre gemeinsamen Platten gehören sicher nicht zum Schlechtesten im Streetpunk / Hardcore-Sektor. Den Disasters war ihr früher Auftritt egal, sie feierten sich selbst, posten äußerst sympathisch, begossen Schlagwerker und Geburtstagskind Johhny mit Bier und wenn Agnostic-Front-Kracher wie "Gotta Go" angestimmt wurden, war die Stimmung noch besser. Ein gelungener Auftakt und eine schwere Hürde für Frenzal Rhomb.

Die schienen mit ihrem Highspeed-Funpunk nicht wirklich in Billing zu passen und man konnte nicht von totaler Begeisterung ausgehen. Und tatsächlich, als die Australier bei miesem Sound mit AC/DCs "Highway To Hell" und "Punch In The Face" von ihrem Überalbum "Not So Tough Now" loslegten, ernteten sie fast schon schweigende Ignoranz. Doch sie reagierten, wie man reagieren muss: Sie machten den Punk. Allen voran Sechsaiter The Abominable McLindsay scherte sich mit weißer Jeans und blauem Hawaii-Hemd einen Dreck um die Erwartungen der Zuschauer und zog voller Selbstbewusstsein sein Programm ab, spielte hinter dem Kopf, laberte Unsinn, beschimpfte die Zuschauer und Russel Crowe und war einer der coolsten Erscheinungen des Abends. Auch wenn sich mit der Zeit ein paar wenige vor der Bühne versammelten, dem Großteil gingen Frenzal Rhomb trotz Hits wie "Let's Drink Beer", dem Depeche Mode-Cover "Just Can't Get Enough" und mit der Zeit auch etwas besserem Sound am Allerwertesten vorbei. Aber es hat eben einfach nicht gepasst.

Dann kam langsam Fußball-Stimmung auf. Schlachtgesänge, fliegende Bierbecher und erhobene Fäuste. Das Licht ging aus, das Traditional "Foggy Dew" ertönte und die Dropkick Murphys hatten schon nach den ersten Tönen gewonnen. Die Atmosphäre war prächtig und den Fans war es völlig egal, dass die auf Platte schon fast richtig schönen neuen Nummern wie "Walk Away" oder der "Workers Song" auf der Bühne wie x-beliebige Dropkick-Songs klangen. Da wurde gepogt und gedivt, aus dem ersten Stock der Fabrik in die Masse gesprungen und jeder Song lauthals mitgegrölt. Und wenn zwischendurch irische Volkslieder wie "Wild Rover" oder "Fields Of Athenry" eingestreut wurden, gab es Zeit zum Verschnaufen oder eben Bier holen. Denn nüchtern macht eine Show der Bostoner eben nur halb so viel Spaß.

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Surfempfehlung:
www.dropkickmurphys.com
www.frenzalrhomb.com.au
www.thedisasters.com
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Mathias Frank-

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