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Konzert-Bericht
 
Kein Scheiß, kein Klischee

Liars
The Blood Brothers

Köln, Gebäude 9
17.05.2004
Liars
Ein Doppelpack, das viel zu bieten hat, außer: Scheiße, Klischees. Die Liars und die Blood Brothers meinen es ernst, denken nicht im Traum daran, die Schubladendenker dieser Welt zu bedienen und machen ihr ganz eigenes Ding. Die Liars haben soeben mit "They Were Wrong, So We Drowned" ein Konzept-Album der anderen Art vorgelegt (inspiriert durch die Walpurgisnacht und Hexen-Jagd), nehmen den Hörer mit auf eine einzigartige Reise, und wissen dies auch live perfekt umzusetzen. Ebenso die Blood Brothers, wie Kollege Ullrich Maurer neulich zu berichten wusste: "Statt dessen nahmen die Blood Brothers das Publikum mit auf ihre musikalische Höllenfahrt ohne Handbremse und sorgten dafür, dass der Pegel aus Schweiß, Testosteron und Adrenalin beständig an der Grenze zum Überkochen gehalten wurde." Und dies sollte sich auch in Köln wieder bewahrheiten.
The Blood Brothers
Eröffnet wurde das Lärm-Spektakel von den Blood Brothers - Mark an den Drums, Cody an der Gitarre und Morgan am Bass / Keyboard sorgten mit ihrem Spiel für den nötigen Hintergrund, damit Jordan und Johnny, die beiden "Sänger", ordentlich schreien konnten. Und das mit großer Lautstärke und komplettem Körpereinsatz. Die Band ist bekannt für ihre kompromisslose Darbietungen, und auch im Gebäude 9 wussten sie die kleinsten Andeutungen von Melodie im Keim zu ersticken und stattdessen den organisierten Krach ordentlich aufzuführen. Wer das alles mal im "normalen" Sound nachhören möchte, sollte auf die Tonträger zurückgreifen. Denn live ist das alles eine völlig andere Welt. Hier geht es um den Ausstoß von Energie, Intensität hat hier das Recht, groß geschrieben zu werden, und wer sich nach diesem Auftritt nicht erstmal wieder sammeln und zu Sinnen kommen musste, der hat irgendwas falsch gemacht im Leben. Sowas muss man einfach in sich aufsaugen und verarbeiten. Sowas kann man nicht einfach an sich abprallen lassen.

Aus einer anderen Welt scheinen auch die Liars zu kommen - jenseits des Mainstreams zelebrieren sie ihre Musik, zuletzt nachzuhören auf dem Album "They Were Wrong, So We Drowned" mit dem Thema der Hexen-Jagd. So ist es denn auch nicht weiter verwunderlich, wenn zu einem düsteren und unheimlichen Intro eine schlaksige Gestalt in weißer Kleidung auf die Bühne schleicht, eine Kapuze trägt, aus der vorne nur ein Büschel Haare ragt und kein Gesicht zu erkennen ist und dabei auch noch pelzige, buschige Handschuhe trägt. Dies ist der Sänger. Der Gitarrist hingegen ist eher normal gekleidet, frisch gebügeltes Hemd und saubere Hose. Dem Drummer genügt eine seltsame Kutte und ein feister Schnauzbart. Dies sind die Liars, und sie laden ein zu einer hypnotischen, traumatisierenden und verstörenden Reise durch ihr Universum. Es wird improvisiert, es wird getrommelt, die Saiten erklingen, und ja, es wird sogar gesungen. Aber das stammt definitiv alles nicht von dieser Welt. Das muss man einfach erlebt haben.

Surfempfehlung:
www.liarsliarsliars.com
www.thebloodbrothers.com
Text: -David Bluhm-
Fotos: -Pressefreigabe / Ullrich Maurer-


 
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