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Das zweite Mal

Thursday
Aereogramme

Hamburg, Logo
17.05.2004
Thursday
Kaum eine Band wurde sehnlicher in den deutschen Clubs erwartet als die Jungs von Thursday. Seit "Full Collapse" 2001 auf dem Markt kam, warten die deutschen Hardcore-Fans auf ihre Helden. Schließlich gilt die Scheibe doch schon jetzt als Emocore-Klassiker. Mit dem Nachfolger "War All The Time" ist dem New-Jersey-Quintett ein weiterer Meilenstein gelungen, in den Staaten touren sie durch riesige Hallen und sind so etwas wie Rockstars. Nun haben sie es über den großen Teich geschafft und spielten in Hamburg ihr zweites Deutschland-Konzert.
Natürlich war das Logo ausverkauft, natürlich trafen sich die üblichen Verdächtigen im kleinen Club im Hamburger Univiertel. Schon als Aereogramme auf der Bühne standen, war es heiß, stickig und voll. Doch der Support war irgendwie unpassend. "Wer will die denn sehen?", fragten sich einige Kids, als die Schotten ihren weinerlichen Alternative-Rock mit Metal-Einschlag zum Besten gaben. Denn zum Hüpfen eignen sich die Songs wahrlich nicht. Eine halbe Stunde versuchten sich Aereogramme und wirklich schlecht waren sie sicher nicht. Nur eben leider auf der falschen Bühne.

Es ist immer ein witziges Bild. Da werkelt die Band vor der Show auf der Bühne noch an ihren Instrumenten herum und niemand stört es. Kein Winken, kein Grüßen, kein Kontakt. Doch kaum geht das Licht aus, flippen die Leute aus. Ist es cooler, den Musikern erst zuzujubeln, wenn sie auf der Bühne sind? Ist es uncool, sich als Fan zu outen? Warum will man die Musiker berühren, wenn sie gerade ein Gitarrensoli spielen, nicht aber, wenn sie einen Schluck aus der Pulle nehmen oder ihre Saiten stimmen? Thursday kommen auf die Bühne und alle jubeln. Ein paar "War All The Time"-Stücke und schon brutzelt der Laden, das Wasser tropft von der Decke und die Zuschauer springen von den Tischen. Es ist eine riesige Party, die Band präsentiert sich in Topform, scheint ihre Deutschland-Shows sehr zu genießen. "Mein Arzt hat mir von der Show abgeraten", plaudert Sänger Geoff Rickly in den wenigen Minuten, in denen er nicht über die Bühne tobt. "Aber ich wollte unbedingt kommen." Thursday spielen die Hits ihrer letzten Alben und jeder scheint die Songs auswendig zu kennen. Mitgefangen, mitgeschrieen sozusagen. "Danke, dass ihr so cool seid", bedankte sich der Frontmann. Und ein Mädel sagt: "Ich finde mich auch geil!"


Thursday - Tucker
NACHGEHAKT BEI: THURSDAY

Wenn jemand über 200.000 Alben verkauft, gilt er gemeinhin als Rockstar. Doch das Leben eines solchen ist nicht immer so glamourös, wie man es sich vorstellt. Thursday kamen mit dem Bus aus Köln und sahen sich schon kurze Zeit wieder auf der Bühne wieder. Soundcheck. Kaum war der zu Ende, wurden sie auf die Straße gebeten, wo ein Foto-Shooting auf einer Verkehrsinsel anstand. Und dann hieß es für Thursday-Drummer Tucker ab in den Bus, um mit Gaestliste.de zu sprechen.

GL.de: Sieht man bei so viel Stress noch mehr als Club und Bus?

Tucker: Wir waren vorhin in dem Café auf der anderen Straßenseite. Doch das war es dann auch schon. Wir haben aber manchmal nach den Shows noch Zeit, etwas zu sehen, in eine Bar zu gehen oder mit den Fans zu reden. Und mir persönlich ist es wichtiger, mich mit Leuten zu unterhalten, als mir Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Wobei es schon etwas schade ist, in so vielen Städten zu sein, ohne etwas von ihnen zu sehen.

GL.de: Ihr seid erstmals auf Deutschland-Tour und auch wenn du die Frage sicher schon sehr oft gehört hast: Warum erst jetzt?

Tucker: Wie wären sicher gern früher gekommen, aber es gibt eben eine Touring- und Non-Touring-Saison und eine Menge drumherum, das geklärt werden muss. Jetzt hat endlich alles geklappt! Wir kommen gerade aus Japan und Australien und sind jetzt echt froh, endlich auch hier zu spielen.

GL.de: Als ihr mit der Band angefangen habt, habt ihr häufig im Haus von Geoff rumgehangen.

Tucker: Ja, genau. Im Keller fanden dauernd Hardcore-Shows statt und all die coolen Bands sind da aufgetreten. At The Drive-In, Hot Water Music oder Refused waren da. Das waren schon coole Zeiten.

GL.de: Jetzt seid ihr Rockstars, kannst du die damaligen mit den heutigen Zeiten vergleichen?

Tucker: Ne ne, ich bin echt kein Rockstar [Der Luxus-Bus, in dem wir sitzen, lässt auf was anderes schließen... - d. Verf.]. So viel hat sich seit dem aber nicht verändert. Wir haben die Band ohne große Erwartungen gegründet, einfach um Spaß zu haben. Und den haben wir noch immer. Aber natürlich ist es cool, jetzt in Deutschland zu sein und Shows zu spielen. Allerdings war es uns früher nie bewusst, zuhause zu sein. Das ist schon ein Unterschied, schließlich touren wir acht bis neun Monate im Jahr und dann weiß man es wirklich zu schätzen, bei seinen Freunden und seiner Familie zu sein.

GL.de: Aber deines Glückes bist du dir schon bewusst?

Tucker: Natürlich! Häufig wache ich auf und denke "wow", ich habe ein tolles Leben! Auch wenn es natürlich mal schlechtere Tage gibt, an denen ich nur nach Hause will. Aber ich weiß ganz genau, was ich für ein Glück habe.

GL.de: Was ist das für ein Gefühl, wenn so viele Bands sagen, sie seien von einem beeinflusst?

Tucker: Das ist wie ein Trip! Einfach der Wahnsinn! Schließlich ging es mir früher genauso. Ich hab Bands gehört, sie geliebt und mich von ihnen beeinflussen lassen. Eine der für mich wichtigsten Bands waren Quicksand. Und wenn ich jetzt höre, dass einige Bands uns als Einfluss nennen, ist das der Wahnsinn und für einen Musiker mit das größte Kompliment.

Surfempfehlung:
www.thursday.net
www.aereogramme.com
Text: -Mathias Frank-
Fotos: -Pressefreigabe / Mathias Frank-

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