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Fäuste und Pogo

Soulfly
Mad Doggin'

Hamburg, Docks
20.05.2004
Soulfly
Vor fast genau zehn Jahren stand Max Cavalera zuletzt auf der Bühne des Hamburger Docks. Damals war er noch Frontmann von Sepultura und auf "Chaos A.D."-Tour. Die Massen flippten aus, der Club verwandelte sich innerhalb weniger Sekunden in ein Tollhaus und Sepultura waren eine der größten Metal-Bands der Welt. Die Zeiten haben sich geändert, inzwischen laufen sie leider nur noch unter Durchschnitt. Anders Max, er ist der Kopf von Soulfly und benötigte auch diesmal nur ein paar Takte, um den frisch umgebauten Club zum völligen Ausflippen zu bringen. Hieß der Opener damals "Refuse/Resist", war es diesmal "Prophecy". Das Ergebnis war das gleiche.
Doch bis die Fans in den Genuss des Titeltracks des aktuellen Soulfly-Albums kamen, versuchten sich erst noch die Hamburger Lokalmatadore von den Mad Doggins. Und das machten sie - genau wie auf Platte (siehe Tonträger-Reviews) - recht unauffällig. Sie taten nicht weh, hatten schon ordentlich Dampf, waren putzig anzuschauen und ein paar Leutchen tanzten sich zum durchschnittlichen Nu-Metal auch schon mal warm. Leider machte Sänger Ben den Fehler, Phrasen wie "Make Some Noise" und "Freut ihr euch auf Soulfly?" zu dreschen. Es sei ihm verziehen, man hat schon weit aus schlimmere Vorbands gesehen.

Dann Soulfly. Wie erwähnt geht es mit "Prophecy" los. Die Party läuft, die Metal-Heads recken ihre Fäuste in die Höhe, die Nu-Freaks tanzen Pogo. Der Club ist zu 75 Prozent gefüllt, der Sound kommt druckvoll aus den Boxen, die Band (Ex-Ill Nino-Mann Marc Rizzo mit Rucksack an der Gitarre, Bobby Burns am Bass und Wiedereinsteiger Joe Nunez am Schlagzeug) spielt souverän und Max steht mit St.Pauli-Shirt und Brasilien-Gitarre im Mittelpunkt. Dann "Seek'n'Strike" von "3". Begeisterung, Euphorie. Es folgt "Living Sacrifcie". Stark! Der Beginn einer großen Best-Of-Show, die kaum Wünsche offen lässt. Im Gegenteil, "Jumpdafuckup" gilt als Soulfly-Klassiker, "Back To The Primitive" ebenso, mit "Roots Bloody Roots" gibt es einen der größten Sepultura-Kracher, auch "Inner Self" und das Helmet-Cover "In The Meantime" werden gespielt. Und spätestens als dann auch noch "Territory" angestimmt wird, fühlt man sich ins Jahr 1994 zurück versetzt.


Soulfly
NACHGEHAKT BEI: SOULFLY

Während Cavalera-Gattin und Soulfly-Managerin Gloria Bananen schnitt, traf sich Gaesteliste.de mit Max Cavalera, um sich mit ihm im Tourbus über "Prophecy", die Band und zehn Jahre alte Songs zu unterhalten.

GL.de: "Prophecy" ist nun schon einige Zeit auf dem Markt. Was denkst du nun mit etwas Abstand über das Album?

Max: Es ist das Album, das auf der Bühne am meisten Spaß macht. Wir haben nur ein paar Wochen zusammen geprobt und dann gleich aufgenommen. Und jetzt merken wir erst wirklich, wie toll die Songs gerade auf der Bühne wirken und sogar besser als auf Platte klingen.

GL.de: Hat man da vorher schon ein Gespür für?

Max: Nein, das realisiert man erst auf der Bühne. Einer der ersten Songs, den ich für Soulfly geschrieben habe, war "Eye For An Eye" von unserem Debüt. Ich wusste, dass es ein starker Song ist, aber ich hätte niemals damit gerechnet, dass er so etwas wie der Soulfly-Hit werden würde. Wir spielen ihn jedes Mal und immer singen die Leute mit und sind total begeistert. Aber Songschreiben ist eben wie eine Lotterie. Man weiß vorher nie, wie es ausgeht.

GL.de: Beendest du jeden Song, den du angefangen zu schreiben hast?

Max: Nein, nicht alle. Ich schreibe eigentlich immer, auch auf Tour. Aber leider bin ich nicht sehr organisiert und darum verliere ich viel und finde immer mal wieder ein Tape oder eine Mini-Disc mit angefangenen Songs. Das höre ich mir dann an und manchmal gefällt es mir, obwohl sie schon zehn Jahre alt sind.

GL.de: Du bist Sänger, Songwriter, Produzent und ja auch das Gesicht von Soulfly - wie wichtig sind die übrigen Bandmitglieder?

Max: Nicht nur die Jungs, auch alle anderen, die hier sind, sind wichtig. Ohne sie wäre ich nicht hier. Ich könnte nicht ohne Gloria, die Roadies, die Techniker und natürlich meine Band hier sein. Es ist ein großer Stamm, eine Familie.

GL.de: Sind die anderen Musiker denn ins Songwriting integriert?

Max: Nein, das nicht. Ich gebe ihnen die fast fertigen Songs mit Melodie, Drumbeat und Texten. Und dann machen wir zusammen aus diesen Rough-Mixes die fertigen Nummern.

GL.de: Du hast für "Prophecy" mal wieder die gesammte Band ausgetauscht. Ist es nicht schwierig, sich immer wieder auf neue Musiker einzustellen?

Max: Nein, ich habe mein ganzes Leben mit immer verschiedenen Musikern zusammen gespielt, es ist für mich ganz natürlich. Es ist aufregend, Neues zu entdecken, mit frischen Jungs zu arbeiten und ich denke, das ist auch ganz wichtig für das Album. Man spürt die neue Energie, den Ehrgeiz der Musiker, ihre Sache besonders gut zu machen. Nimm doch die Queens Of The Stone Age, da ist es doch ganz ähnlich, dauernd spielen andere Leute mit. Manche Bands müssen das einfach so machen. Und Soulfly ist so eine Band.

GL.de: Aber ist es nicht gerade live schwierig, sich immer wieder auf neue Musiker einzustellen? Ist es nicht wie beim Fußball, wo man sich auch auf die Laufwege der Mitspieler einstellen muss?

Max: Ja, exakt, es ist wie Fußball. Man macht Fehler, aber die kann man beheben. Ich sage den Jungs aber immer wieder, sie sollen üben, anstatt sich Filme anzuschauen oder in Bars rumzuhängen. Und mit der Zeit wächst man dann zusammen. Und wenn auf der Bühne mal etwas schief läuft, spricht man nach der Show darüber und beim nächsten Mal wird es nicht nochmal passieren.

GL.de: Ist Soulfly eine Band oder ein Projekt?

Max: Es ist eine Band. Aber eine etwas andere Band. Anders kann ich das nicht beantworten.

GL.de: Du hörst die Frage sicher öfter, aber ist es möglich, dass exakt diese Besetzung auch das nächste Album einspielt?

Max: Es ist ein großartiges Line-Up, aber was in der Zukunft passiert, kann ich noch nicht sagen.

Surfempfehlung:
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www.soulfly.de
www.maddoggin.de
Text: -Mathias Frank-
Fotos: -Pressefreigabe-

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