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15. Oxmox Bandwettbewerb

Hamburg, Große Freiheit 36
08.12.2000
Oxmox
Das Hamburger Stadtmagazin Oxmox hatte aus über 300 Bewerberbands acht ausgewählt und auf die Bühne der legendären Freiheit gestellt. Für schlappe 19 Mark konnte man fast fünf Stunden den Hamburger Nachwuchs erleben und später sagen: "Ach, die habe ich schon gesehen, ehe sie bei Top Of The Pops gespielt haben!"
Punkt neun begann es mit DAMP 2000. Als erste Band ist es immer schwierig, aber mit ihrem alternativen, deutschem Pop kamen sie recht überzeugend rüber. Die Melodien erinnerten teilweise an Ash und der Härtegrad war als Anheizer genau richtig. Man konnte sich langsam in Stimmung schunkeln. Schön.

Sie wurden von NOTHERN SOIL abgelöst, die inzwischen einen Plattendeal ergattert haben (Glückwunsch!) und daher freiwillig außer Konkurrenz teilnahmen. Musikalisch sind die ebenfalls im Alternative-Bereich anzusiedeln. Sänger Mario trug zwar die schlimmste Hose des Abends (sehr eng und gold!), hatte aber eine höchst interessante Stimme: Eine Mischung Scott Stapp (Creed) und Peter Maffay (!). Der Plattenfirma kann man gratulieren.

Dann wurde es psychedelisch. VELVET MORNING baten uns, unser Bier auf Mister Lennon zu trinken (machen wir doch gerne!) und spielte britische Rock Musik. Anfänglich klangen sie sehr 60's lastig, später wurden 10% Kula Shaker und 90% Oasis daraus. Nein, keine billige Kopie. Während Oasis poppen, sind Velvet Morning am rocken. Gute Show, auch dank der typischen Liam-G.-"ich-bin-zu-klein-fürs-Mikro"-Haltung

Kurz vor der Halbzeit enterten dann die Stader Volkshelden THE SLAME die Freiheit. Wenn T-Rex und die Beatles noch leben und sich mit Placebo in eine Garage einschließen würden, würden sie wie The Slame klingen. O.k., der Sänger macht zu sehr auf Brian Molko (Placebo) und spielt den BB-Rock-Jörg etwas übertrieben. Trotz allem war das die vierte gute Band.

Nach 20 Minuten Pause ging es mit HAUT weiter. Ich mag es ja kaum schreiben, aber auch die drei Jungs und Sängerin Annika spielten Alternative. Aber gerade die Stimme machte aus Haut etwas Besonderes. Nicht wie Skin, nicht wie Courtney, nicht wie Anneke. Musikalisch war es leider nicht ganz so aufregend, doch bestimmt nicht schlecht. Aber eine geile Stimme - und über die verfügt Annika - macht noch keine geile Band.

DODGE sind zwar auch nicht geil, brachen aber aus der bisherigen Schiene aus. Rapper, DJ, fette Gitarren? Klar, Cross-Over. Und zwar guter. Es wurde gehüpft, gedivt und die schön volle Freiheit nickte mit ihren Schädeln. Highlight waren die gelegentlichen weiblichen Backing Vocals. Langsam wurde es unheimlich, immer noch keine wirklich schlechte Band.

Und es sollte noch besser werden. SKAMINISTER kamen, sahen und skaten. Meine Güte, das war geil. Feinster Ska mit einer gehörigen Prise Punkrock. Ich liebe feinsten Ska mit einer gehörigen Prise Punkrock. Leider war der Sound etwas mieser als bei den vorherigen Bands, aber es war Party total. Geiler Sänger, geile Bläser, geile Outfits, eigener Kameramann, die Band wird mal ganz groß!

Vielleicht nicht so groß wie FOUR DAYS. Mit einem Altersdurchschnitt von 17,6 waren die vier Mädels und drei Jungs die jüngste Band und das Highlight des Abends. Nach anfänglicher Nervosität kamen sie super-professionell und abgebrüht rüber und beschallten die begeisterte Menge mit ihrem kräftigen Folk-Pop. Zwei Sängerinnen, Piano, Geige, richtig beeindruckend. Eine der beiden Front-Frauen war 15! Hammer!

Dann war die Jury gefragt. Schade, eigentlich hätte Jasmin Wagner (aka Blümchen) in dieser sitzen sollen, hat aber leider abgesagt, weil ihr die Bambi-Vergabe wichtiger war. Hätte gerne mal mit Blümchen ein Bierchen getrunken und über Punkrock diskutiert. So entschieden Produzenten, Plattenleute, Realcuties-Sänger Seven, Oxmox-Redaktuere und Fast-Millionär Mütze über Sieg und Niederlage. Und sie trafen die richtige Wahl: Oxmox-Chef Klaus Schulz überreichte Four Days den Hauptpreis von 5000 Mark. Vollkommen zurecht. Knapp geschlagen landeten Skaminister auf Rang zwei und Velvet Morning auf Platz drei. Fazit: Ein rundum gelungener Abend mit acht guten Bands. Und auch wenn es abgedroschen klingt: Schaut euch diese Bands unbedingt an!

Text: -Mathias Frank-



 
 

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