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Konzert-Bericht
 
Euphorie

Embrace

Manchester, Academy
01.10.2004
Embrace
Spannung wäre ein zu einfaches Wort für das, was in der Luft liegt. Vorfreude, ja, natürlich, irgendwie schon, schließlich erleben Embrace in Großbritannien gerade ein sagenhaftes Comeback. Die Single "Gravity" stieg von 0 auf Sieben in die britischen Charts ein und das Album "Out Of Nothing", diese derart schwierige Geburt, machte direkt den Sprung auf die Eins. All das, nachdem die Band aus Huddersfield die Kurve fast nicht mehr gekriegt hätte. Vielleicht hat das Leben es einfach nur gut gemeint mit ihnen, vielleicht ist hier aber auch etwas Besonderes im Gange.
"Ashes" ist, wie auf dem neuen Album, der erste Song - und es passt so perfekt in die Stimmung, wo dieses Stück doch nach eigener Aussage das "I Will Survive" der Band ist. "Der nächste Song ist auf unserem Nummer Eins Album", sagt Sänger Danny McNamara und grinst, als habe er gerade erst von der Topplatzierung erfahren. "Welches?", fragt sein Bruder und Gitarrist Richard McNamara, in Anspielung auf das erste Album "The Good Will Out". Embrace wissen, dass "Gravity" erst der Anfang war und dass sie wieder in der Lage sind, Hits zu schreiben, aber genauso erkennen sie, dass das Debüt auch nach sechs Jahren noch genug Höhepunkte hat. Und immer noch singt von der ersten bis zur letzten Reihe jeder "All You Good Good People", oder "My Weakness Is None Of Your Business" mit als sei es 1998. Enthusiasmus strömt von der Bühne in die Menge und zurück, als ob das immer so einfach wäre. Klar, für so etwas hat man Fans, aber auch die sind nicht blöd und wollen etwas sehen, hören und erleben und das bekommen sie, in ganz großen Stücken. Es ist nicht nur die sichtbare Freude am Zusammenspielen, nicht die Melodien, nicht die Hymnen, es ist mehr als die Summe der einzelnen Teile, diese unbeschreibliche Mischung, die nur Musik hinbekommt. Beim Instrumental von "Out Of Nothing" steht Danny regungslos mit gesengtem Kopf da und lässt die Wall Of Sound, die sich vor und hinter ihm aufbaut, einfach auf sich wirken. "Vor drei Jahren hätten wir niemals gedacht, dass wir jemals wieder in einer so großen Halle spielen würden", erklärt der sichtlich beeindruckte Sänger und bedankt sich höflich für die "Zweite Chance". Chartsplatzierungen und Rotationen im Radio sind eine Sache, Mitklatschen, Hüpfen, lauter Singen als die Band spielt, "Danny, Danny"-Rufe, sogar Crowdsurfen und brüllender Zwischenapplaus sind eine andere - und spricht man von Erfolg, ist beides wichtig. Die Atmosphäre kann kaum besser gewesen sein, als Embrace vor Jahren eine der meistgehypten Combos der Insel waren. Davon sind sie jetzt weit entfernt, der NME gab dem neuen Album gerade mal einen von zehn Punkten und nebenan in der Kneipe sitzen die coolen Leute von Manchester, die Embrace schon immer scheiße fanden, aber all das spielt hier drinnen keine Rolle. Zwischen die Fünf auf der Bühne und die 1800 davor scheint kein Blatt Papier mehr zu passen.
Die Zugabe ist ein Cover von D-12s "How Come", das vom Original allerdings nicht mehr übrig lässt als den Text, der Rap wird zur Midtempo-Ballade mit Klavier. Letztes Stück ist das hymnische "The Good Will Out", bei deren wortlosem Refrain die Menge noch einmal alles aus sich herausholt und minutenlang das Lalala-Outro grölt. Fast ungläubig über so viel Euphorie stehen Embrace Arm in Arm am vorderen Bühnenrand, prosten mit ihren Bierflaschen in die Menge und verbeugen sich tief vor dem Publikum. Es hätte auch anders herum sein können.
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www.thepop.de/embrace
www.happyandlost.co.uk
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Text: -Laura Scheiter-
Foto: -Sonja Niemeier-


 
 

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