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Konzert-Bericht
 
Nicht immer, aber jetzt!

Klee

Berlin, Magnet Club/ Köln, Gebäude 9
18.11.2004/ 18.12.2004
Klee
Es kommt ja außer bei Kettcar oder den Boxhamstern höchst selten vor, dass die versammelte, relevante Musikjournallie einer deutschsprachigen Veröffentlichung so viel Positives abgewinnen konnte. Und wir reden hier nicht vom WOM-Journal! Verwunderlich jedenfalls bei einer Band, deren erster Longplayer "Unverwundbar" eher zwiespältig aufgenommen wurde. Auch mit der Vorgängerband Ralley konnten einige Kollegen der schreibenden Zunft nur begrenzt etwas anfangen. Und nun das: "Jelängerjelieber"! Ein Album wie ein Befreiungsschlag. Platz 127 bei Amazon. Platz 1 in vielen Herzen und Ohren. Eine Band, die scheinbar endlich zu sich gefunden hat. Kurzum: Klee in Bestform. Keine zehn Pferde kriegen die da hoffentlich weg!
Ob nun aufgrund der sympathischen Sängerin Suzie Kerstgens oder des Erfolges der neuen Platte, der Magnet Club am Prenzlauer Berg war - freundlich formuliert - ausverkauft. Dichtes Gedränge, egal wo man hinwollte. Selbst weit hinten gab es kaum ein gemütliches Plätzchen und so war man froh, dass es recht pünktlich ohne Vorgruppe in die Vollen ging. Suzie Kerstgens hatte das Publikum von Beginn an fest im Griff. Es folgte eine schöne Setlist mit allen wichtigen Songs beider Platten. Das wunderbare "2 Fragen", die Cure-Hommage "Unser Film" oder "Erinner Dich" vom alten Album waren sicherlich Höhepunkte des Abends. Was leider fehlte, war einfach Platz zum Tanzen und sich bewegen. Sichtlich Spaß machte der Band der Kontakt mit dem Berliner Publikum. Immer wieder gab es lustige Ansagen, überhaupt war Frau Kerstgens recht redselig und klärte die Anwesenden darüber auf, dass Tastenmann Sten Geburtstag habe und den Kameramann der Deutschen Welle holte sie extra auf die Bühne, wo dieser, sichtlich erstaunt, erzählen musste, dass sie hier ein Feature zu deutscher Rockmusik drehen. Schön, dass inzwischen scheinbar auch in den öffentlich-rechtlichen Redaktionen Menschen sitzen, die unter deutschsprachiger Rockmusik nicht nur Pur, Westernhagen und Konsorten verstehen. Bei "Lichtstrahl" wurde es dann ganz dunkel und Suzie sang nur mit einer Taschenlampe bewaffnet. Schöne Idee! Danach gab es noch einen kurzen Kurs in Sachen "Gute Musik / Schlechte Musik"! Vom Band lief O-Zones "Dragostea Din Tei" und Suzie versuchte damit den Unterschied zwischen handgemachter Musik und kommerziellem Plastik-Pop klarzumachen. Das war insofern lustig, weil die Band und ein ehemaliger Klassenkamerad Suzies auf der Bühne ernsthafte Probleme hatten, ihrer ausgefeilten Choreografie zu folgen. Schräg war's allemal. Nach zwei Zugaben und einem Set, das keine Wünsche offenließ, war dann Schluss, weil die Clubbetreiber doch lieber Platten auflegen wollten. Schade eigentlich! Suzie und ihre Jungs hätten bestimmt noch 'ne Weile weitergespielt. Jetzt, wo sie endlich den Erfolg haben, den man ihnen schon immer wünschte. Ein schöner Abend mit einer sympathischen Band. Was will man mehr?

...genau einen Monat später in Köln...

Etwas "mehr" hatte es dann doch noch beim Tour- und Jahres-Abschluss-Konzert in Köln gegeben - da es ja sowieso ein Heimspiel für die Band war, füllte sich das Gebäude 9 nahezu bis in die letzte Ecke, was die Kölsche Kylie aka Suzie anfangs sehr aus dem Konzept zu bringen schien - jedenfalls schien sie vor Freude fast zu platzen, was sich natürlich in ihren Ansagen zwischen den Songs widerspiegelte. Wie bereits angedeutet, war dies das letzte Konzert 2004 von Klee, und auf dem Plakat wurden Überraschungen angekündigt: Zum einen hatte die Band einige Souvenirs aus verschiedenen Städten mitgebracht, u.a. wurde Schokolade aus Österreich, T-Shirts, Gläser, Vodka in Tuben etc. an die Anwesenden verteilt; nachdem beim Song "Unser Film" jemand aus dem Publikum mit Suzie auf der Bühne tanzen durfte (nachdem sie ihm rote Lippen verpasste), kündigte sie mit sehr viel Stolz Simon Cleave von The Wedding Present an! Der Gitarrist veredelte noch den Song "Erinner Dich" (den Wedding Present ja in der Vergangenheit ihrerseits gecovert hatten - und somit die Verbindung zu Klee hergestellt wurde). Ein schöner Moment, auch wenn viele Anwesende mit Wedding Present wohl nicht allzu viel anfangen konnten. Später dann, im Zugabenblock, kamen Alex und Robert von Angelika Express auf die Bühne, um gemeinsam mit Klee zunächst "Phantome" von den Angelikas und anschließend "Keine zehn Pferde" von Klee zu spielen. Als Rausschmeißer gab es dann noch die ruhige Nummer "Drüber weg" aus Ralley-Zeiten. Schön!

Surfempfehlung:
www.kleemusik.de
Text: -Carsten Wilhelm (B) / David Bluhm (K)-
Foto: -Pressefreigabe-


 
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