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Konzert-Bericht
 
Fuck in vier Akten

Fuck

München, Prager Frühling
13.11.2004

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Fuck
Den ersten Akt dieser ungewöhnlichen Bühnenshow haben die meisten verpasst, so kurz und wenig auftaktartig war der. Hinter einem von zwei Bandmitgliedern hochgehaltenen roten Tuch spielte ein dritter ein paar Akkorde auf der Gitarre und sang dazu. Ist das schon das Konzert oder noch Konserve, konnte man sich an der Bar fragen, und dann war's auch schon wieder vorbei und DJ Hangman durfte weiter die Plattenteller bedienen und seine Gäste von seinem hervorragenden Musikgeschmack überzeugen. Warten. Der zweite Akt und mit ihm das "richtige" Konzert begann erst eine halbe Stunde vor Mitternacht.
Der kuschelige Club hatte sich bis dahin relativ gut gefüllt mit einer Schar von Fans, die die Band zum Gutteil schon seit ihren Anfängen vor zehn Jahren zu kennen schien. "Those Are Not My Bongos" hieß es dann erstmal, die aktuelle Platte wurde in einer abgespeckten Version promotet. Relativ bald begannen die Musiker aus San Francisco aber auch die Songs aus früheren Veröffentlichungen vorzutragen. Die fetzigeren, der zweite Akt eine Art Allegro oder Andante. Die Musiker routiniert bei der Sache.

Viel zu bald schien dann das Konzert plötzlich vorbei. Allgemeine Verwirrung, doch dann erschien wieder die beiden mit dem Tuch und wer in jüngerer Zeit keine Konzerte von Fuck besucht hatte, konnte nun eine echte Überraschung erleben. Immer wieder wurde der provisorische Vorhang hochgehalten, hinter dem "Amazing Ted", der Bassist der Band, in immer neuen Verkleidungen hervor kam, um ein seltsames Feuerwerk an Kleinkunstdarbietungen abzufackeln. Als Kreuzritter, Zauberer, trauriger Clown und schließlich Gefahrensucher kam er auf die Bühne und besiegte stellvertretend für sein Publikum und zu dessen großem Amüsement Impotenz, Akne, die Traurigkeit und ein Stück Holz.

Vierter Akt, die leiseren Töne. Wer die Karriere von Fuck seit dem hervorragenden "Pardon My French" nicht weiter verfolgt hatte, bekam nun die neuen Fuck präsentiert. Der lofi-Pop-Rock a la Pavement, der im ersten Set gespielt wurde, war ja bekannt, nun gab es ruhige Songs mit langen Spannungsbögen, oft nur von einzelnen Bandmitgliedern vorgetragen. Gerade hier wurde das tolle Zusammenspiel besonders augenfällig. Fuck sind erwachsener, reifer geworden und haben sich doch das innere Kind bewahrt. So waren alle etwas enttäuscht, als nach etwas über einer Stunde schon wieder Schluss war. Die Autofahrt von Brüssel nach München war wohl zu strapaziös - oder der Vorabend.

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Text: -Dirk Ducar-
Foto: -Dirk Ducar-


 
 

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