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27.10.2003
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Tim Meyer - Wolken brechen Sonnenstrahlen

Tim Meyer - Wolken brechen Sonnenstrahlen
Kleine Heimat
Format: CD

Es war Anfang des Jahres in einem Hildesheimer Wohnzimmer: Der 24jährige Tim Meyer baut Achtspurrekorder, Gitarre, Mikros und was man sonst noch so zum Musik verewigen braucht auf und macht sich auf eine CD zu produzieren. Ok, hat geklappt. Hildesheim bebt. Meyer hat Selbstbewusstsein, lässt sich ein Info schreiben, das auch diesem Typ aus "Million Dollar Hotel" gefallen hätte, der behauptet der fünte Beatle zu sein ("I wrote all the songs!"). Man erwartet mindestens Bob Dylans geheimgehaltenen Co-Writer, einen Haudegen der Musikszene, bekommt jedoch Tim Meyer in seinem Wohnzimmer. Das nur zum Selbstbewusstsein. Meyer klingt auch sehr eigen. Meist nur die Gitarre, seine Stimme, die wie mit Akzent gesungen ist, ein wenig wie T. Rex auf diesen experimentellen frühen Alben. Ansonsten keine Beziehungspunkte. Liedermacher im Sinne der grauenhaften Ergüsse der Siebziger, aber ohne das grauenhafte. Was nicht heißen soll, das es wirklich genüsslich konsumierbar ist. Die Worte sind irgendwie nichtssagend, ohne das es auffällt. Ein Album für verquere, missverstandene Jungerwachsene mit Kleinstadthintergrund. Ambitioniert, zwischen den Stühlen auf einem sonderbaren selbstgemachten Thron.


-Christian Biadacz-


 

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