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09.06.2006
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Keane - Under The Iron Sea

Keane - Under The Iron Sea
Island/Universal
Format: CD

Wer ist damals eigentlich nicht schwach geworden, als "Hopes And Fears" von Keane aus England veröffentlicht worden ist - am Erfolg dieser Scheibe gemessen kann es nur eine Minderheit gewesen sein. Die Zutaten damals: Melodien für Millionen, hymnische Refrains, ein paar angenehme Piano-Klänge, eine Chorknaben-Stimme. Da hat sich im Grunde auch beim Nachfolge-Album "Under The Iron Sea" auch nicht viel geändert, und wer meint, bei "Is It Any Wonder?" sogar Gitarrenklänge vernommen zu haben, lag nicht ganz falsch, aber auch nicht komplett richtig - denn der Gitarren-Sound stammt aus der Konserve, aus Effektgeräten um genauer zu sein. Soll heißen: Keine wesentliche Änderung bei Keane. Schade eigentlich, denn das neue Album schlittert doch große Phasen lang auf der Langweile-Schiene - dabei hatten es die drei Herren eigentlich laut eigener Aussage darauf angelegt, ein sehr emotionales, mit Energie und Intensität gespicktes Album einspielen zu wollen. Doch dieses Vorhaben scheint leider nicht ganz funktioniert zu haben - die Düsternis, die Keane teilweise erreichen wollten, ist sehr oft in einer C-Movie-Düsternis gemündet, die man einfach nicht so recht für voll nehmen kann und will. Man kauft das Leiden der Band auf dieser Platte nicht so recht ab - es hätte vielleicht funktioniert, wenn nicht alles so verdammt glatt und durch die Keyboard-Einsätze so poliert klingen würde. Wenn einem diese Platte auf dem falschen Fuß erwischt, hasst man sie. Wenn man aber sowieso den Kopf voll hat, und einfach ein wenig harmlose Ablenkung haben möchte, könnte man durchaus Gefallen an "Under The Iron Sea" finden.


-Stefan Lund-


 

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