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Living Colour - The Chair In The Doorway

Living Colour - The Chair In The Doorway
Megaforce/Neo/Sony Music
Format: CD

Muss man überhaupt noch viele Worte über Living Colour verlieren? Spiegel Online nannte das US-Quartett die "vielleicht einzige echte Rockkapelle ohne weiße Mitglieder", praktisch jede Band, die Anfang der 90er unter dem Markenzeichen "Crossover" Erfolge feierte, wurde von Living Colours bahnbrechendem Debüt "Vivid" aus dem Jahre 1988 inspiriert, und selten haben musikalische Weitsicht und ein politisches Gewissen so gut harmoniert. Seit "Vivid" haben Living Colour drei weitere Platten veröffentlicht, die aber - in den 90ern - bisweilen unter der inneren Zerrissenheit der Band litten und - in den 2000ern - etwas zu sehr zur Spielwiese für den unbändigen Experimentierwillen von Bandleader Vernon Reid gerieten. Mit "The Chair In The Doorway", ihrem ersten Album seit sechs Jahren, präsentieren sich Living Colour trotz peinlich genau aufgeschlüsselter Producer-Credits nun endlich wieder als Band, die an einem Strang zieht.

Maßgeblichen Anteil am wiedergewonnenen Zusammenhalt hatte dem Anschein nach der als Executive Producer fungierende Bassist Doug Wimbish, der das Studio unweit von Prag vorschlug, in dem Teile des Albums letzten Herbst entstanden. Dass die Band gerade auf Tournee war, als die Aufnahmen entstanden, kann man dem vor Spielfreude sprühenden Werk geradezu anhören. Auch wenn die Band das sicherlich etwas anders sieht: "Chair In The Doorway" macht in gewisser Weise genau dort weiter, wo "Vivid" vor mehr als 20 Jahren aufgehört hat. So greifen Songs wie "DecaDance" oder "Hard Times" immer noch aktuelle Gedanken auf, die schon in "Open Letter To A Landlord" thematisiert wurden, und auch musikalisch präsentieren sich Living Colour fokussierter (und dabei oft eingängiger) als seit langer, langer Zeit. Vor allem Gitarrist Reid gelingt endlich wieder der Spagat zwischen solistischer Virtuosität und banddienlichem Spiel, wie gerade die fast unerwartet poppigen Nummern "Behind The Sun" und "That's What You Taught Me" beweisen. Will meinen? Endlich wieder ein Living Colour-Album, das dem Hörer nicht nur Respekt abverlangt, sondern vollends begeistern kann!



-Simon Mahler-



 
 
 

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