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Mofa - Punk Rock Fuck Off

Mofa - Punk Rock Fuck Off
Hamburg Rec./Soulfood
Format: CD

Auch wenn uns das Info des Labels weismachen will, dass Mofa erst seit anderthalb Jahren existieren und seitdem die steinige Karriereleiter über endlose Supportslots und Sparkassen-Förderwettbewerbe nach oben geklettert sind - Eingeweihte wissen natürlich, dass diese Herren aus Köln-Mülheim seit vielen Jahren in verschiedenen Zusammensetzungen gemeinsam Musik machen, zuletzt sogar in identischer Quartettbesetzung als Se Sichelzecken. Doch auch wenn ein, zwei Songs der Vorgängerband heute noch im Mofa-Konzertprogramm auftauchen - mit dem alten Namen haben Mofa leider, leider so ziemlich alles abgelegt, was die Sichelzecken so großartig gemacht hatte.

Der Titel ihres Debütalbums ist nämlich durchaus wörtlich zu nehmen: Die ungefilterte Punkrockattitüde, die Se Sichelzecken unfassbare Textzeilen dichten ließ, die sich sonst niemand traute zu schreiben, ist inzwischen völlig verschwunden. Während man zuvor das Gefühl hatte, dass die Band in DIY-Manier haargenau das gemacht hat, was sie selbst wollte, klingt sie auf "Punk Rock Fuck Off" in hohem Maße fremdbestimmt. Dabei ist die Idee, sich beim Esprit der frühen Ärzte zu bedienen, eigentlich goldrichtig, wenn man aber trotzdem am Ende rüberkommt wie die späten Toten Hosen, läuft irgendetwas ganz gehörig falsch.

Natürlich ist nicht alles schlecht an diesem Album: Die Produktion ist druckvoll und ausgefeilt, die "Ba-ba-ba"-Chöre, die den Fokus immer mal wieder von Punkrock Richtung Power-Pop verschieben, sind genauso herrlich wie die unerwarteten Ausbrüche aus dem Schema F - man höre die rasante letzte Minute von "Nichts von Liebe"! -, aber textlich sind Mofa inzwischen dermaßen zahm und austauschbar, dass sie mehr als einmal in der Beliebigkeit versinken. Dass mit "Tiger" und "Rien Ne Va Plus " die beiden besten Songs noch aus Sichelzecken-Zeiten stammen, sagt ja wohl alles! Erschienen ist diese Platte übrigens bei Hamburg Rec., die bekanntlich Sondaschule gebreakt haben. Mofa haben sie leider nur gebrochen. Schade, wirklich sehr schade!



-Simon Mahler-



 
 
 

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