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Tonträger-Review
 
Benjamin Biolay - La Superbe

Benjamin Biolay - La Superbe
Naive/Indigo
Format: 2CD

Benjamin Biolay ist der neue Grandseigneur der französischen Musikszene und schließt mit diesem Werk endgültig zu den großen Altvorderen - namentlich Serge Gainsbourg - auf. Allerdings kann er noch schlechter singen als dieser - was im Prinzip mit jeder Biolay-Veröffentlichung deutlicher wird. Denn in dem Sinne, wie Biolay alle Register als Komponist, Instrumentalist, Produzent und Arrangeur zieht, resigniert er scheinbar vor diesem Umstand und versucht nur noch gelegentlich - und dann mit desaströsen Ergebnissen, wie hier bei der Ballade „Ton Héritage" - das Singen überhaupt ernsthaft zu versuchen. So gibt er sich meist mit seinem Trademark-Flüstergesang zufrieden, lädt sich Duett-Partnerinnen ein oder aber spricht seine Texte am Ende einfach. Das ist dann interessant, wenn dabei so eine Art Franco-Rap herauskommt, was durchaus manchmal passiert.

Davon mal abgesehen, zieht er hier ordentlich vom Leder. So leitet er gleich mehrere Tracks mit orchestralen Soundscapes ein, die auch ein Michel Legrand nicht besser hinbekommen hätte (oder sogar Francis Lai). Wohlgemerkt: Ohne dass es hier um einen Soundtrack ginge. Von Gainsbourg hat sich Biolay eh schon so manches abgeschaut (unter anderem das Faible für begleitenden Damengesang) - heuer kommt noch der Reggae hinzu. Dann erfreut es doch, dass Biolay - gerade auch auf der zweiten Scheibe - so manche Up-Tempo-Nummer einstreut - ohne seine Vorliebe für luftige und fragile Gitarrenornamente aufzugeben. Letztlich gibt es auch noch gehörige Prisen Elektronik und New Wave zu bestaunen - immer im Kontext des Songs und entgegen eigener Aussagen strukturell und harmonisch angenehm von angelsächsischen Vorbildern entfernt. "La Superbe" heißt nicht umsonst so und macht ordentlich was her. Wenn Biolay es jetzt - anders als bei seinem ähnlich ambitionierten Werk "A l'Origine" - damit nicht schafft, seine Fans bei Stange zu halten, dann hilft so schnell auch nichts anderes mehr.



-Ullrich Maurer-



 
 
 

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