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Tonträger-Review
 
Marc Cohn - Listening Booth: 1970

Marc Cohn - Listening Booth: 1970
Membran/Neo/Sony Music
Format: CD

Ein Tribute-Album, aber nicht für einen Künstler, sondern für den musikalischen Zeitgeist / Spirit eines (für die ganze Ära eispielhaften) Jahres. Marc Cohn - seit seinem 1991 Grammy-prämierten "Walking In Memphis" selbst äußerst erfolgreich auf Hit-Walz - bittet uns mit dem aktuellen Werk in die Hörkabine eines Plattenladens im Jahre 1970. Wo allerdings alle Smash Hits nur in seinen Versionen laufen. Hat die Welt auf so etwas gewartet? Wohl kaum, doch wenn man sich darauf einlassen mag, macht das ganz anders wiedererkennen größtenteils deutlichen Spaß: Cat Stevens verlangsamtes "Wild World" etwa klingt, als ob Charlie Watts am Schlagzeug dabei allmählich einnicken würde (tatsächlich ist es der vermutlich hellwache Dan Rieser). Lennons "Look At Me" bietet eine so angehme Wiederbegegnung wie McCartneys "Maybe I'm Amazed", jedenfalls gefällt diese Version erheblich besser als die zuckrige der Wings (1970 war immerhin das Jahr, in dem die Beatles auseinandergingen). Auch Paul Simons "The Only Living Boy In New York" findet in Cohn einen verständnisvollen Interpreten (für Simon and Garfunkel war 1970 ebenfalls das vorläufig letzte gemeinsame Jahr). Die einfühlsam gezupfte akustische Gitarre von Produzent John Leventhal (u.a.: Johnny u. Rosanne Cash, Joan Osborne, Loudon Wainwright) entspricht hier dem hohen Standard des Originals und das Kontrabass-Spiel von Tim Luntzel ist sogar eine Wohltat.

Während sich alles bislang stets unverwechselbar nach Cohn anhörte, könnte man die hier enthaltene Fassung von J. J. Cales "After Midnight" viele Takte lang für eine wenig bekannte Aufnahme von Eric Clapton halten. Die Gefahr besteht bei "Tears Of A Clown" (u.a. Smokey Robinson, Stevie Wonder) schon aufgrund der Stimmlage nicht, doch die hier gebotene erdigere Interpretation ist stimmig. Darf man Van Morrison-Songs covern? Cohn begibt sich mit "Into The Mystic" auf dieses nanodünne Eis. Dass das Ergebnis nicht rundum überzeugt, liegt jedenfalls nicht an Rick DeProfis geschmackvollen Bläser-Arrangements. Gaststars? Braucht so eine CD gar nicht. Trotzdem hat beispielsweise Aimee Mann auf "No Matter What" (Pete Ham) mitgesungen. Oder Jim Lauderdale auf Greatful Deads "New Speed Boogie". Gern genommene Zutat für ein stilles, tiefes und nachdenkliches Album.



-Klaus Reckert-


Cohn u. Leventhal sprechen über das Album

 
 
 

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