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Combichrist - Noise Collection Vol. 1

Combichrist - Noise Collection Vol. 1
Out Of Line/Universal
Format: 2CD

Mit wieder aufgelegten Frühwerken ist das so eine Sache: Die Fans erwarten mittlerweile einen gewissen Standard, haben sich an die Musik ihrer Band gewöhnt - und sind daher mit den Frühwerken meist überfordert. Trotzdem haben sich Combichrist entschlossen ihr 2003er Debüt-Album "The Joy of Gunz", die vergriffene EP "Sex, Drogen & Industri", das sehr rare Halloween-Special "Kiss The Blade" sowie die seltene "Blut Royale"-12''-Vinyl-Single, eine Live-Aufnahme von "Like To Thank My Buddies" und "Strike", ein Song, der bis dato exklusiv nur auf einem Sampler zu finden war, wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zurecht, denn wo Combichrist draufsteht, ist eben auch Combichrist drin. Und: wer die "Noise Collection Vol. 1" in den Händen hält, bekommt sogar gleich zwei CDs.

Los geht's auf Disc eins mit "Intruder Alert" - und weist sogleich in die Richtung, in die es musikalisch geht: Es ist deutlich dunkler, rauer und härter im Vergleich zu den aktuellen Alben. Während Track eins noch recht verspielt daher kommt, wird bei "Joy Of The World" im 4/4-Takt stur geradaus marschiert. Fiese, verzerrte Samples wechseln sich ab - auf solch überflüssiges, wie eine Melodie wird hier komplett verzichtet. Schon 2003 waren Combichrist allerdings nicht unbedingt für leichte Kost bekannt, was vor allem für Fans von Icon of Coil, einer von Andy LaPleguas weiteren Bands, einen Kulturschock bedeutete, da er hier deutlich mehr mit melodischen Elementen und klarem Gesang arbeitete. Trotzdem haben Icon of Coil und Combichrist von Anfang an eines gemeinsam: Die Musik ist treibend und tanzbar. So wie "Vater unser" - einer etwas verstörenden Sound-Nummer, die jedoch durch ihren eindringlichen Gesang besticht. "This Is The Joy Of Gunz", der Titeltrack des Albums, ist als Hidden Track ins Album integriert. Das bekannte "Bulletfuck" und der Dancefloor-Filler "God Wrapped In Plastic", das für Combichrist-Verhältnisse fast poppig daherkommt, sind ebenfalls mit dabei.

CD zwei ist eine Sammlung aus verschiedenen raren Tracks - "Kiss The Blade" macht in gleich zwei Versionen den Anfang. "Minus One", ein recht harsher Track mit verstörenden Elementen, geht ins Ohr, aber vor allen Dingen den Cybergoths in die Beine. Ein Tanzflächen-Füller aller erster Güte, der ausschließlich mit Sounds und ohne Gesang arbeitet. Was auf "The Well" zu hören ist, geht auch nicht als Gesang durch - sondern eher als Sprache, die perfekt in den Song integriert ist. Verstörend bleibt die Musik, bis zu "Tractor" - ein Song, der wieder Melodie erkennen lässt. Eingängig ist er vor allen Dingen durch seine Wiederholungen und Themenvariationen. Der Text ist aberwitzig - hier vergleicht sich eine imaginäre Person mit einem Traktor, der langsam aber fit ist. Okay - danke auch für die Feststellung "Aber ich bin kein Traktor". Die komplette EP von "Sex, Drogen und Industri" weisen bereits den Weg, den Combichrist mit ihren folgenden Alben beschreiten werden: harte, verstörende Tracks - mit Melodie, eingängig und tanzbar.

Nicht ist hingegen die Live-Version von "I Like To Thank My Buddies" - während die Konserve vor Bass nur so strotzt, ist der Sound eher mässig. Hall überlagert vor allen Dingen, den Bass - Live-Atmosphäre kommt durch jubelnde Fans auf. Schade, das können Combichrist besser. Trotzdem: Das Album ist ein Must-Have für Fans - allein schon wegen der ersten CD und der EP "Sex, Drogen und Industri".



-Esther Mai-



 
 
 

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