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Tonträger-Review
 
Devin Townsend Project - Deconstruction - Ghost

Devin Townsend Project - Deconstruction - Ghost
InsideOut/EMI
Format: 2CD

2009 wurde in diesem Kino orakelt, dass sich das 4-CD-Opus des Devin Townsend Project (DTP) vergleichbar der Opeth "Damnation" vs. "Deliverance"-Phase entwickeln könnte. Das ist jetzt wirklich eingetreten - voilà "Deconstruction" (wirr-wüster Wutbatzen) vs. voilà "Ghost" (versöhnlicher Harmonieschub). Beide Alben investieren über 70 Minuten in ihre jeweiligen Anliegen - und die können einem schon mal lang werden - was beispielsweise zu "Terria"-Zeiten noch schwer vorstellbar gewesen wäre. Woran liegt's? Dekonstruktivismus wie "Praise The Lowered" müsste Käufern der bisherigen DTP sowie manches Materials der Devin Townsend Band schon arg vertraut klingen. Ein wenig Strapping Young Lad plus Chöre bringt die wilde Jagd "Juular". "Planet Of The Apes" hat durchaus starke Momente, aber schafft es nicht, damit über die vollen elf Minuten durchgängig zu fesseln. "Sumerian" ist gar komplett ein Durchhänger. Gefolgt von "The Mighty Masturbator", einem knapp 17-minütigen Kompott aus Softprog, theatralisch knödelndem Schmettergesang, einem (hängenbleibenden) Countdown und Zirkusmusik, der doch tatsächlich auf "Amen" endet. Auf dem Titelstück erleben wir nicht nur einen majestätischen Furz, sondern auch die Dekonstruktion eines Cheeseburgers - Mahlzeit!

Wie schon gesagt völlig anders gelagert ist "Ghost". Der vierte verhält sich zu Teil 3 des Zyklus wie Dr. Jekyll (bzw. der Mad Professor) zu Mr. Hyde. Dieses Gespenst ist eines von der sanften, melancholischen Sorte. Auf "Heart Baby" bringt Hevy Devy (s)eine unendlich zarte Kopfstimme an den Start und "Feather" klingt eindeutig mehr nach frühem Alan Parsons Project als nach SYL. Abermals entscheidend zu lang ist das Titelstück, das vergleichsweise beschwingt eine "La La La"-Ambient-Variante von DooWop, bei der man irgendwie befürchtet, dass gleich Jon Anderson in das Schubidu einstimmen könnte. Lustig hingegen das Frösche-Intro von "Blackberry" (es sind wohl nicht die Smartphones gemeint), gefolgt von akustischem Country Picking à la Townsend vor floydeskem Hintergrund (inklusive typischer Background-Sängerin). Und tröstlich die orientalische Meditation "Monsoon" mit Mondlauten- und Sitar-ähnlichen Saitensounds und einer besonders schönen Querflöte, die ohnehin neben Säuselgesang und akustischer Gitarre eine der vorherrschenden Klangquellen auf "Ghost" ist. Stücke wie "Infinite Ocean" könnte man schon fast New Age-Jüngern andrehen: Der übertriebene Hall, die leichte "Brise" der Flöte wie bei Paul Horn, die verhallenden "Tropfen" der gezupften Akustikgitarre, der ganz sacht wiegende Seegang... Es mag einem alten Devin Townsend-Fan verziehen werden, dass er diese zwei - auch einzeln erhältlichen! - Alben tatsächlich auch nur im Doppelpack empfehlen kann.


-Klaus Reckert-


Unofficial Clip
Ghost, "Bed Tracks"

 
 
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