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Tav Falco's Panther Burns - Lore & Testament Volume 1

Tav Falco's Panther Burns - Lore & Testament Volume 1
Stag-O-Lee/Indigo
Format: CD

Als Gus Nelson im Oktober 1978 bei der Abschiedsvorstellung von Mudboy And The Neutrons die Bühne des Orpheums in Memphis betrat, war er genau genommen gar kein Musiker, sondern ein anarchistischer Theatermensch, ein schräger Performancekünstler. Doch nachdem er Leadbellys "Bourgeois Blues" damit beendet hatte, dass er seine Gitarre auf offener Bühne mit einer Motorsäge zerlegte, war sein neues Alter-Ego geboren: Tav Falco. Die Gruppe, die er bald darauf um sich scharte, taufte er Panther Burns - und bis heute ist das Ensemble in ständig wechselnden Besetzungen aktiv. "Lore & Testament Volume 1" vereint nun die ersten beiden Plattenveröffentlichungen der Band, das Album "Behind The Magnolia Curtain" (1981) und die EP "Blow Your Top" (1983).

Auf der LP macht Falco mit einem weiteren kreativen Verrückten aus Memphis, Alex Chilton, gemeinsame Sache. Der hatte Ende der 70er den Ruhm von Big Star und The Box Tops längst hinter sich gelassen und sorgte bei den Panther Burns - übrigens vornehmlich als Drummer statt als Gitarrist - für ein ähnlich herrliches Chaos, wie er es als Produzent der The Cramps-Frühwerke anrichtete. Ohne großes musikalisches Vorwissen und im First-Take-Verfahren bahnen sich Tav Falco und die Seinen hier, vom Geist des Punk beseelt, den Weg durch 14 oft obskure Blues- und Rockabilly-Nummern, die vor kaputtem Charme nur so sprühen. Die zwei Jahre später entstandene EP fällt weniger rau und ungehobelt aus, den Mississippi-Swamp-Sound hatten die Panther Burns inzwischen gegen einen Hauch von New Yorker Chic eingetauscht. Mit dem No-Wave-Veteranen Jim Sclavunos (der 15 Jahre später bei Nick Cave anheuerte) am Schlagzeug stieg auch die musikalische Präzision, und auch wenn "Blow Your Top" sicherlich "hörbarer" ist als das Debütalbum, vermisst man bisweilen etwas den anarchistischen Spaß der ersten Platte. Dennoch: "Lore & Testament Volume 1" ist ein Manifest musikalischer Freigeistigkeit, wie es heutzutage kaum noch denkbar wäre.



-Simon Mahler-



 
 
 

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