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Tonträger-Review
 
Jack White - Blunderbuss

Jack White - Blunderbuss
XL Recordings/Beggars Group/Indigo
Format: CD

Es würde zu lange dauern all seine Band-Projekte, Kollaborationen und Produktionen aufzulisten, die sich ebenso wenig wie er selbst auf ein bestimmtes Ziel festnageln wollen. Nur ein Solodebüt fehlte bislang in der langen Riege an Erfolgen, obwohl es ihm ja schon immer zuzutrauen war. Nun hat Jack White Ernst gemacht und legt mit "Blunderbuss" ein Werk vor, auf dem er seine musikalischen Wurzeln huldigt und keinen Hehl aus seiner Zuneigung für vor allem Blues-Rock und Country macht.

Keines der neuen Stücke stützt sich allein auf das große Können des Meisters und wiegt sich in seinen Händen in Sicherheit. Jack White versteht es zwar intuitiv die Wegrichtung vorzugeben, zwängt seine Kompositionen aber in kein enges Klangkostüm. Es gibt immer genügend Spielraum, in denen seine eigene Virtuosität die Oberhand gewinnt und sich ausleben darf. Die Platte lebt vom Miteinander klassischer Blues-Rock-Momente und dem eigenwilligen, stets spannungsgeladenen Charakter eines Jack Whites, der mit seiner zum Teil unbändigen Spielart reizvoll jedes Song-Gefüge auseinander reissen und mit viel Gespür für das Wesentliche neu zusammenfügen kann. Große Blues-Gesten ("Trash Tongue Talker") gesellen sich zu offensiven, kampflustigen Gitarren-Szenarien ("Sixteen Saltines"), die durch leidenschaftliche Eingeständnisse ("Love Interruption", "Blunderbuss") und tänzelnde Piano-Akkorde ("Hip (Eponymous) Poor Boy") Abwechslung ins Spiel bringen.

Selbst Rock'n'Roll-Referenzen ("I'm Shakin'") in Form der beschwingten Little Willie John-Cover-Version gelingen so überzeugend, dass man fast meinen könnte, sie stammen aus Whites Feder. Die Allround-Qualitäten haben sich auch beim musikalischen Solo-Schachzug bewährt und reihen "Blunderbuss" damit nahtlos in das Gesamtwerk des Arbeitstiers ein. Angesichts einer solch souveränen Leisung möchte man beinahe schon auf den nächsten Studio-Coup schielen, in welcher Form auch immer dieser in Erscheinung treten wird. Derweil darf Jack wieder brav da Platz nehmen, wo er hingehört und von wo aus er am besten agiert - nämlich aus der ersten Reihe.



-Annett Bonkowski-



 
 
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