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Neil Young & Crazy Horse - Psychedelic Pill

Neil Young & Crazy Horse - Psychedelic Pill
Reprise/Warner Music
Format: 2CD

Erster Gedanke. Wow, schon wieder was Neues von Neil Young & Crazy Horse. Dabei haben die doch dieses Jahr schon ein Album veröffentlicht. Ein Coveralbum zwar, aber immerhin. Zweiter Gedanke: Doppel-Wow, sogar ein Doppel-Album. Da scheint jemand aber eine sehr kreative Phase zu haben. Erste CD rein, dritter Gedanke. Ach so. Nur vier Lieder drauf. Aber dann der vierte Gedanke. Ist das ein Scherz? "Driftin' Back", der erste Song, dauert fast 28 Minuten, "Ramada Inn" auch lockere 16 Minuten, 51 Sekunden. Am Ende braucht es 51 Minuten, um sich dieses Quartett anzuhören. Fünfter Gedanke. Und der letzte auch. Na dann mal los, das kann ja nur gut werden.

Gleich der besagte Opener ist dann sogar mehr als gut. Sondern ein so träges wie faszinierendes Opus aus Wiederholungen und Zitaten, aus Youngs einzigartiger Stimme und seiner ebenso einzigartigen Gitarre. Wegen Songs wie diesem nannten sie ihn einst "Don Grungy", wegen Songs wie diesem gehört der Mann zu den besten Musikern aller Zeiten. Der anschließende Titeltrack trägt seinen Namen dann zu recht, es wird abgefuckter, abgefahrener, Young und seine Mannen - natürlich Poncho Sampedro (Gitarre), Billy Talbot (Bass) und Ralph Molina (Schlagzeug) - drehen am Rad und das drehen sie richtig. Auch gut. Genau wie "Ramada Inn", bitte unten mal das Video sehen. Zum Abschluss der ersten CD dann toben sie sich schon fast durch das ziemlich lässige, groovige, allerdings auch im Vergleich zum Rest ein wenig unspektakuläre "Born In Ontario". Sagen wir lieber unspektakulärer, denn unspektakulär? Gibt's hier nicht.

Auch nicht auf der zweiten Seite. Wieder gibt's vier Lieder plus einen "Alternative Mix" von "Psychedelic Pill", das Ganze dauert überschaubare 35 Minuten und rundet das Album ab, macht es schön, macht es fertig. Mit einer Band, die schon lange keinen Folk mehr spielt, kein Americana oder gar Rock N Roll. Nein, sie spielen nur sich selbst, sie klingen wie sie, sie riechen nur nach sich selbst. Und selten haben sie so - um im Bild zu bleiben - so gut geduftet wie auf diesem neuen Album. Es fällt schwer, nach Highlights zu suchen, aber wenn sie sich bei "She's Always Dancing" selbst in Rage spielen und Young fast schon - und ja, das Wort passt - zerbrechlich, aber doch so unglaublich stark singt, wenn das Solo einen in den Arsch beißt, wenn die Chöre auch nach Stunden nicht verschwunden sind, dann ist das einfach ganz, ganz, ganz große Kunst. Und ein Highlight, vielleicht ist es DAS Highlight. Oder ist es doch das weiche, das zum Weinen schöne, das auf seltsame Art kitschige "For The Love Of Man"? Das schroffe, das trotz dem Gepfeife im Vergleich schon regelrecht aggressive "Walk Like A Giant"? Antwort: Ja. Jeder. Song. Ein. Highlight.



-Mathias Frank-


Video: "Ramada Inn"

 
 
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