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Telekinesis - Ad Infinitum

Telekinesis - Ad Infinitum
Merge Records/Cargo
Format: CD

Groß angekündigt war die Veränderung (weg vom Power Pop!), aber so groß ist sie dann doch nicht ausgefallen. Schon der Presseschrieb gibt an, dass die DNA "Ad Infinitums" trotz aller Instrumentierungsvariationen verdammt vertraut ist. Dennoch hinterlässt die "neue" und intendierte Ähnlichkeit zu britischen 80er Jahre-Bands natürlich Spuren, beispielsweise in Form von (im positiven Sinne) antiquierten Synthesizern. Ähnlich wie diese haben auch die Drummaschinen den gewissen Eighties-Anklang, man lausche mal dem abschließenden Fill-in der "In A Future World"-Bridge. Nostalgie pur, mit einem kleinen Hauch Amüsement.

Von den frappierenden Death Cab For Cutie-Analogien der ersten Alben haben sich Telekinesis bzw. Mastermind Michael Lerner mittlerweile entfernt, dafür meint man lustiger Weise hier und da DCFC-Chef Benjamin Gibbards Nebenprojekt The Postal Service durchklingen zu hören. Doch hier ist nicht mehr alles laues Sommerlüftchen und Heiterkeit. Das "lau" kann man zwar so stehen lassen, "Ad Infinitum" empfiehlt sich immer noch als stimmungsvolles Hintergrundgeplänkel für ruhige Stunden. Doch mit gelegentlicher Kontemplation.

Catchy ist die Chose noch wie anno dazumal, die Ohrwürmer hat Telekinesis nicht verlernt. Die stimmungsgebenden Synthies bewegen sich zwar nicht nur zum einleitenden "Falling (In Dreams)" gerne mal auf dem Grat zwischen genial und verspielt, werden aber immer eloquent von gesanglichen Harmonien errettet, hier ist Lerner unschlagbar. "Sylvia" ist gekonnt arrangierter Kitsch-Pop, lässt abseits von Modern Talking-Fangemeinden wahrscheinlich zu wünschen übrig. Das schon erwähnte "In A Future World" ist einer der anspruchsvolleren Tracks und leitet über ins wirklich gute, stimmungsmachende "Courtesy Phone". "Sleep In" klingt eingangs tatsächlich so, als hätte Lerner was verpennt, zum Beispiel, dass die Musik der Achtziger nicht NUR gute Seiten hatte. Abermals drehen die Vocals den Song zu einem echten Hinhörer, wer sich durch's Intro quält, wird belohnt. "Edgewood" poppt noch besser als "Courtesy Phone", "Farmers Road" ist Nostalgik- und auch sonst vielleicht Höhepunkt dieser Platte. Die abschließenden "Ad Infinitum" (Pt. 1 & 2) entlassen auf Tempo- und Stimmungsminimum, ganz konträr zum restlichen Album. Ebenfalls zwei starke Nummern.

Telekinesis' Synthpop ist schön, gefällig und zuweilen auch überraschend, einige Songs sind Hits. Aber im Ganzen nicht der Durchbruch, der er sein will.



-Lisa Burzywoda-



 
 
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