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Sextile - A Thousand Hands

Platte der Woche

KW 40/2015


Sextile - A Thousand Hands
Felte/Cargo
Format: CD

"A Thousand Hands" beginnt dunkel und wird immer dunkler. Man sollte sich bei rauem Herbstwetter nach Genuss der gerade auf dem Friedhof zusammengeklaubten Pilze nicht nachts allein in seinem Kämmerlein und mit dieser Platte einschließen, das wäre wahrscheinlich das perfekte Rezept für einen Albtraumtrip.

Sextile sind nichts für's Mainstream-Radio, nichts für die Massen, so überhaupt nicht. Aber wem The Jesus And Mary Chain oder Psychic TV ein positiv konnotierter Begriff sind, dürfte verzückt sein. Was das Quartett da treibt, ist einfach nur gut. Und mutig, da so alternativ, wie etwas nur sein kann. Endlich mal Musik, die diesen Stempel verdient.

"A Thousand Hands" ist vom Start weg eine so homogene, fließende Melange aus Post-Punk, Gothic und Noise-Rock, dass keine Grenzen definierbar sind. Und irgendwo in der düsteren Postapokalypse beheimatet. Das stampfende "Flesh" spült mit gruselig-wabernder Gitarrenlinie ins folgende, noch treibendere "Can't Take It" und weiter zum fast harmonischen, aber nicht weniger gespenstischen "Smoke In The Eye". Letztere zwei könnte man Vorzeigetracks nennen, würde das nicht implizieren, dass die übrigen weniger gut sind. Das instrumentale "Romance", eine Psychedelic-Klanglandschaft sondergleichen, läutet nun den Übergang in andere Fahrwasser ein, auf der zweiten Albumhälfte sind deutlich Elektro- und Industrial-geprägtere, weniger diffuse Sounds zu finden. "Mind's Eye" schneidet "Romance" das Wort ab und wartet mit tightem Drum-Marsch in der Base auf, während von oben wieder die Weltraumsynthies grüßen und Melissa Scaduto zeigt, dass ihre Raucherstimme ebenso verstörend hauchen, wie die Brady Keehns shouten kann. "Into The Unknwon" ist annähernd stadiontaugliche Epik, "Visions Of You" vielleicht der beste Song des Albums. Anhören! Ultima ist "Introvert", das genauso klingt, wie der Name vermuten lässt. Wabernde Synthies und Sound-Verzerrungen, die im Nichts zerfließen.

Sextiles Debüt ist visionär, wegweisend. Wie der der Astrologie entliehene Bandname erahnen lässt.



-Lisa Burzywoda-


Album-Stream

 
 
 

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