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Tonträger-Review
 
David Bowie - Blackstar

David Bowie - Blackstar
Sony Music
Format: CD

Wie wir inzwischen leider alle wissen, ist "Blackstar" - zusammen mit dem Theaterprojekt "Lazarus" - der von David Bowie selbst inszenierte kreative Abschied geworden. Alles, was jene, die die Möglichkeit hatten, vor seinem Ableben am Sonntag das neue Werk zu studieren, als "opak", "seltsam" oder "undeutlich" empfunden haben mochten, wird im Zusammenhang mit seinem Tod nun deutlich. Davon ein Mal abgesehen hat sich Bowie aber - anders als z.B. Warren Zevon - nicht mit einem wehmütigen Lamento von der Welt verabschiedet, sondern mit einem kreativen und provokativen Meisterstück.

Der Mann, der u.a. Legionen von Musikern inspirierte - die freilich niemals Musik wie er machten -, hat auch mit seinem letzten Album bewiesen, dass er eben zumindest mal anders war und dachte. So rekrutierte er für das neue Werk das Donny McCaslin Quartet - die Jazz-Combo des Saxophonisten Donny McCaslin, den Bowie durch seine Zusammenarbeit mit dem Maria Schneider Orchester kennengelernt hatte, mit dem zusammen er 2014 den Song "Sue (Or In A Season Of Crime)" einspielte, der sich in einer neuen Version auch auf "Blackstar" findet. Tony Visconti, Bowies langjähriger Produzent und Partner in Crime, sagte zudem noch, es sei bei den Aufnahmen darum gegangen, Rock- und Pop zu vermeiden und das man sich von dem HipHop-Künstler Kendrick Lamar sowie den Jazz-Größen Stan Kenton und Gil Evans habe inspirieren lassen. Das ist den Herren zweifelsohne gut gelungen, denn beides kommt in dem neuen Material zum Tragen.

Gleichwohl ist es keine HipHop- oder gar Jazz-Scheibe geworden, wie oft kolportiert wird, sondern eher eine typische Bowie-Synthese. Das funktioniert in etwa so, wie das spätneunziger Tin Machine-Projekt - nur dass sich hier nicht Rock-Musiker in Richtung Jazz strecken, sondern Jazz-Musiker in Richtung Bowie. Und zwar mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen - auch deutlich jenseits des Jazz. "Blackstar" ist dabei nicht ein mal Bowies unzugänglichste LP, denn gerade in der ersten Hälfte arbeitet er - neben der extravaganten, kryptischen Wortwahl - auch mit Melodien und Harmonien und coolen Grooves, die freilich in der zweiten Hälfte zunehmend abstrakteren Konzepten zum Opfer fallen, bis dann mit dem Schlusstrack "I Can't Give Everything Away" plötzlich alles wieder Sinn macht. Auch wenn "Blackstar" jetzt nicht unbedingt aus den richtigen Gründen zum Verkaufsschlager werden wird: Verdient hat es das allemal.



-Ullrich Maurer-



 
 
 

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