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The Dead Weather - Dodge And Burn

Platte der Woche

KW 39/2015


The Dead Weather - Dodge And Burn
Third Man/ADA/Warner Music
Format: CD

Dass The Dead Weather auf dem Cover ihres dritten Albums vor riesigen Bergen von brennenden Reifen ausdruckslos in die Kamera schauen, spricht bereits Bände über "Dodge And Burn". Nach fünf Jahren Veröffentlichungspause machen Alison Mosshart, Dean Fertita, Jack Lawrence und Jack White dort weiter, so sie 2009/2010 mit dem ungeheuer wuchtigen Doppelschlag "Horehound" und "Sea Of Cowards" aufgehört hatten. Abermals betätigen sich die Amerikaner als Grenzgänger, in deren Händen die Übergänge zwischen Blues, Stoner Rock, Psychedelic und Prog fließend sind.

Denn tatsächlich kann man die Songs des Quartetts (zumeist von Fertita und Mosshart ohne Whites Zutun geschrieben) praktisch nie einer der genannten Spielarten wirklich zuordnen, und auch wenn sich die Band musikalisch vor allem von der Vergangenheit inspirieren lässt, scheint ihr effektbeladener Sound doch viel eher aus der Zukunft zu kommen. Dabei setzen The Dead Weather auch dieses Mal oft mehr auf markerschütternde Riffs denn auf melodiösen Schönklang und verpacken ihre Songs lieber in Stacheldraht als in Watte. Praktisch jeder Song schlägt ein wie eine Bombe, getragen von Mossharts elektrisierender Stimme, den höllischen Grooves, die White stets laut und nie leise aus seinem Drumkit herausprügelt, als sei das Schlagzeug das Leadinstrument (was zumindest in seinem Kopf vermutlich auch so ist), den rasiermesserscharfen Gitarren und der dezent eingesetzten Orgel von Fertita und dem zusammenhaltenden Gegrummel von Lawrence am Bass, während über allem stets eine sonnenbebrillte Coolness schwebt, die nur schwer in Worte zu fassen ist.

Es gibt allerdings auch Ausnahmen: Bei der elektronisch flirrenden Mörderballade "Three Dollar Hat" fesselt White trotz eines explosiven, Rage Against The Machine-würdigen Mittelteils bei einem seiner wenigen Ausflüge ans Mikro allein schon textlich mit der fast schon gerappten Geschichte von Jackie Lee, der jeden, der sich ihm in den Weg stellt, einfach mit seiner .33 abknallt, und ganz am Ende geben sich die vier geradezu handzahm, wenn Mosshart begleitet von Streichern den "Impossible Winner" besingt, damit aber die Urgewalt der elf vorangehenden Nummern nur noch unterstreicht. Mag sein, dass das Album nicht die größte Halbwertzeit hat, weil der herrlich rabiate Sound oft wichtiger als der Song erscheint, aber für den Moment lautet das begeisterte Fazit: Knallerplatte!



-Carsten Wohlfeld-


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