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Jim Capaldi - Living On The Outside

Jim Capaldi - Living On The Outside
Steamhammer/SPV
Format: CD

Im Titelsong seines mittlerweile elften Soloalbums setzt sich Jim Capaldi u.a. mit Karrieristen auseinander und mit dem kalten Spiel, daß diese für ihren Erfolg einsetzen müssen. Er aber, so die Erzählerstimme des Songtextes, mache dabei nicht mit. Sei dem alten Kämpen geglaubt, der gemeinsam mit Steve Winwood in Birmingham die 60er Supergroup Traffic mitbegründete, mit "Love Hurts" einen internationalen Hit geschrieben hat und dennoch nie spürbaren Sell-out betrieben hat. Völlig "inside" bestimmter erfolgsgewohnter Kreise ist er aber naturgemäß, wenn es um die Bekanntschaft und Freundschaft mit anderen Musikerlegenden geht. Und das hat sich auf "Living On The Outside" über eine erkleckliche und Spaß bereitende Gästeliste niedergeschlagen: Steve Winwood, Gary Moore, Ian Paice, Jon Lord, George Harrison und last but definitely not least Paul Weller machen doch schon mal ganz schön neugierig...

Der sympathische Schlagzeuger und Sänger, dessen Stimme immer ziemlich genau wie eine Mischung aus T-Bone Burnett und Ian Hunter (Mott The Hoople) klingt, hat für diese in den legendären Kölner "Can"-Studios aufgenommenen Produktion auch Keyboards und akustische Gitarre bedient, soweit er die Instrumente nicht prominenten Gästen überließ. Und diese Mixtur ging auf: Besagtes "Living On The Outside" ist einfach wundervoll "laid back" und auf eine melancholische Art kämpferisch. "Standing In My Light" verzeichnet Paul Weller an der Gitarre, begeistert aber mehr durch die Ian Hunter/Mick Ronson-Parallelen. Die designierte Single "Anna Julia" kann sich mit George Harrisons Sologitarre und Weller als Chorus-Singer schmücken, läßt sich aber vom Feeling her vielleicht am besten als "Travelling Wilburys in gut" annähern (und DIESEN Drumpart hätte der Schlagzeuger von Truckstop genauso gut hinbekommen wie der geniale Deep Purple-Drummer ;-). "Time Passes" ist auch ohne Starbeteiligung einer der atmosphärisch stärksten Songs der Scheibe. "Riding The Storm" verzeichnet (für mich nicht identifizierbar) Capaldis langjährigen mit-Trafficer Steve Winwood an den Keyboards. Hier nervt etwas die Disco-nahe Rhythmik, der Joe Cockereske Gesang reißt aber alles wieder raus. "We're Not Alone" ist nicht nur eine beruhigende Feststellung, sondern auch der einzige AOR-Ausbrecher der CD, bei dem wieder Ian Paice die Knüppel schwingt. Gary Moores mehr oder weniger authentische Bluesgitarre leitet "Heart Of Stone" ein und versetzt der blueslastigen Ballade etliche saftige Klangfarben sowie ein loderndes Solo.

Was das Old Men's Network hier zustandegebracht hat, macht Spaß. Nur wer partout Neuauflagen von Traffic-Geniestreichen, wer hier ein zweites "40.000 Headmen", "Sad & Deep", "Low Spark" oder "Dear Mr. Fantasy" zu finden hofft, könnte davon enttäuscht werden und sei daher gewarnt.



-Klaus Reckert-



 
 
 

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