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Lina Maly - Nur zu Besuch

Platte der Woche

KW 35/2016


Lina Maly - Nur zu Besuch
Warner Music
Format: CD

Der deutschsprachigen Popmusik gebricht es ja gemeinhin gerne mal an Originalität, Tiefe, Inhalten, Seele und Stil. Wieso es da ausgerechnet einer gerade mal 19-jährigen Newcomerin aus der Nähe von Hamburg gelingt, all das - und noch viel mehr - mühelos und im Überfluss zu bieten, erscheint ein wenig rätselhaft. Lina Maly ist eine jugendliche Philosophin, Poetin und Musikerin (in ungefähr dieser aufsteigenden Reihenfolge), die irgendwo her - vermutlich aber durch ihre vielfältigen Inspirationsquellen - die Tiefe und Reife nimmt, allgemein interessierende Themen wie z.B. Angst, Perfektionismus, Erwartungsdruck, soziale Kompetenz oder Entwicklungsperspektiven in anschaulichen, immer wieder verblüffenden, uneitlen und sprachlich angenehm temperierten Wortwendungen an den Hörer heranzutragen - ganz ohne dabei in die ansonsten in diesem Genre üblichen Betroffenheitfloskeln, verstiegene Kopfkonstrukte oder hirnlose Comedy-Lappalien zu verfallen.

Lina Maly hat tatsächlich etwas zu sagen und bietet sogar Lösungsansätze oder doch zumindest Denkanstöße - auch deswegen, weil sie sich als Liedermacherin selbst die Mühe macht, nachzudenken und nicht gleich mit dem erstbesten Knüppelreim zufrieden ist. Und musikalisch ist der Debütantin in Zusammenarbeit mit ihren Musikern sowieso ein großer Wurf gelungen, denn die zurückhaltend, aber immer wieder verblüffend angerichteten Piano-Pop-Arrangements gefallen durch die unaufdringliche Art, in der sie Linas Melodien und ihren markanten, unaffektierten Gesangsstil effektiv unterstützen. Tatsächlich klingt am Ende Lina Maly niemals wie irgend jemand anderes, sondern vollkommen eigen. Und das liegt nicht nur daran, dass ihre Stimme ein unerklärliches Je-ne-sais-quoi mit hohem Wiederekennunsgwert und einem ulkigen, rauen Abschlussvibrato besitzt, sondern vor allen Dingen an der überlegenen Qualität ihres Songmaterials. Kurz: Sehr viel schöner und effektiver hätte sich ein Album wie dieses kaum anrichten lassen.



-Ullrich Maurer-


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