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Maxine Kazis - Die Evolution der Maxine Kazis

Platte der Woche

KW 47/2016


Maxine Kazis - Die Evolution der Maxine Kazis
Pop-out/Universal
Format: 2CD

Maxine Kazis lebt und arbeitet in Berlin, wohnt nahe am Wasser, ist eine begeisterte Tänzerin, hat Probleme mit Essstörungen und falschen Schönheitsidealen und ist sich unsicher in Bezug auf ihre romantischen Verwicklungen. Das alles erfährt man keineswegs ausschließlich über ihre Biographie, sondern durch ihre Songs. Das ist dann fast schon ungewöhnlich, denn bei Maxine handelt es sich keineswegs um eine klassische Songwriterin, sondern um eine junge Frau, die musikalisch und produktionstechnisch mit hypermodernen Club-, Dance-, E-Pop- und HipHop-Elementen arbeitet - und zu diesem (zuweilen recht eigenwilligen) Mix dann eben inhaltlich ihr Herz ausschüttet, ihre Lebensgeschichte in Songkapiteln darbietet und sich dabei ziemlich mutig bloß legt (das geht sogar so weit, dass sie auf dem Cover nackig rumliegt). Und mehr noch: Denn parallel zu ihrer seelischen Bestandsaufnahme liefert Maxine auch noch ein ziemlich authentisches und nachvollziehbares Berlin-Portrait (genau gesagt Kreuzberg) ab. Sowas muss man dann auch erst mal hinbekommen.

Musikalisch ist die Sache hingegen nicht so einfach zu greifen, denn obwohl Maxine sich aus den o.a. Stilrichtungen bedient, wird keine konsequent angewendet: Für eine HipHop-Scheibe wird einfach zu viel gesungen, für eine Dance-Scheibe gibt es zu viele Stops, Breaks und Pausen, für eine Schlagerscheibe sind die Texte viel zu pfiffig (das ist jetzt bewusst mal so spitz formuliert), für eine Elektronik-Scheibe gibt es zu viele organische Bestandteile und für ein Avantgarde-Experiment ist das Ganze viel zu eingängig. Aber gerade das macht dann am Ende den Reiz der Sache aus: Maxine Kazis ist sich für eine Stilrichtung einfach zu schade. Dabei will sie offensichtlich alles sein: Poppig zugänglich, abstrakt, lieb, böse, laut, leise, nachdenklich, witzig, albern, philosophisch - und das alles am besten hier und jetzt gleich.



-Ullrich Maurer-


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