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Tonträger-Review
 
Applewood Road - Applewood Road

Applewood Road - Applewood Road
Gearbox Records/edel
Format: LP

Eigentlich hatten die drei Singer/Songwriterinnen Emily Barker, Amber Rubarth und Amy Speace bei ihrem Zusammentreffen im Welcome-To-1979-Studio in Nashville nur einen einzigen Song gemeinsam aufnehmen sollen, aber das Lied schlug so hohe Wellen, dass die drei sich entschlossen, eine ganze LP unter dem Namen Applewood Road einzuspielen. Die erscheint jetzt mit gehöriger Verspätung endlich auch hierzulande, und, um es vorwegzunehmen: Sie ist hinreißend.

Solo sind die drei Protagonistinnen bereits seit Jahren feste Größen in der Americana-Welt, gemeinsam besinnen sie sich nun auf die ganz alte Schule der Folkmusik, zumindest in technischer Hinsicht. Die LP wurde nämlich nicht nur komplett analog und live eingespielt, sondern tatsächlich nur mit einem einzigen Mikrofon - "no edits, no overdubs" steht deshalb stolz auf dem Cover. Doch auch musikalisch sind die drei im Geiste der „Trio“-Platten von Emmylou Harris, Dolly Parton und Linda Ronstadt alten Werten verpflichtet, vergessen aber trotz althergebrachter Close-Harmony-Seligkeit nicht, dass sie ihre Musik im Hier und Jetzt machen. Für Nostalgie ist deshalb auf der LP selbst bei einer lupenreinen Bluegrass-Nummer wie dem augenzwinkernden "Lovin' Eyes", beim in Richtung Rockabilly deutenden "Honey Won't Ya" oder beim sanft von Gospel-Flair umwehten "Give Me Love" kein Platz. Stattdessen gelingt ihnen der perfekte Brückenschlag zwischen geschliffenen dreistimmigen Gesangsharmonien und einem heimeligen Roots-Sound.

Die musikalische Begleitung bleibt dabei fast immer dezent - beim Titelstück etwa reicht ein einzelner Kontrabass aus, um die sanft ineinander verschmelzenden Stimmen der Damen zu unterstützen. Mit viel Hall und einer herrlich naturbelassenen Klangfarbe erinnert hier vieles an die unerreichten „Trinity Sessions“ der Cowboy Junkies, die damals mit ähnlich spartanischer Technik entstanden waren. Die Songs steuern derweil alle drei bei, wenngleich ein Blick auf die Credits genügt, um Rubarth als treibende Kraft auszumachen: Sie zeichnet für mehr als de Hälfte der Songs als alleinige oder Co-Autorin verantwortlich und brachte auch das umwerfende Arrangement von R.E.M.s "Losing My Religion" ein, das in der Deluxe-Version das i-Tüpfelchen eines wirklich wunderbaren Albums ist. Schöner hätte dieser facettenreiche Streifzug durch sämtliche Americana-Gefilde kaum ausfallen können!



-Carsten Wohlfeld-



 
 
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