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Stereolab - Margerine Eclipse

Platte der Woche

KW 10/2004


Stereolab - Margerine Eclipse
Elektra/Eastwest
Format: CD

Viele Anhänger von Stereolab vermuteten, dass die Band nach dem tragischen Tod von Gitarristin Mary Hansen im Dezember 2002 erstmal aus der Bahn geworfen werden und vielleicht eine lange Pause in Anspruch nehmen würden. Zwar wurde im Herbst 2003 mit der EP "Instant O In The Universe" ein erstes Lebenszeichen übermittelt, aber so richtig überzeugend war es nicht. Doch mit dem neuen Album "Margerine Eclipse" melden sie sich eindrucksvoll zurück. Zwar ist es immer noch die altbekannte Mischung aus lustigen 70s Synthies, dem 60s Easy Listening Klang, Krautrock Anleihen und natürlich diesen unwiderstehlichen Melodien, aber etwas ist diesmal anders. Die französisch-britische Combo um Sängerin Laetitia Sadier und Gitarrist Tim Gane hat auf "Margerine Eclipse" die teilweise vertrackten und verzwickten Songstrukturen vergangnener Songschreiber-Tage über Bord geworfen und kommt direkt auf den (Pop-)Punkt. Das mag zum einen damit zu tun haben, dass dies die erste Platte ohne die Unterstützung von Jim O'Rourke und John McEntire ist, zum anderen damit, dass "Margerine Eclipse" in einem nagelneuen Studio in Frankreich aufgenommen wurde, in dem nur das nötigste Werkzeug vorhanden war - trotzdem überrascht die Platte mit einem besonderen Merkmal. Tim Gane sagt darüber im Interview: "Wir haben erst die Musik für einen Lautsprecher und dann die Musik für den anderen Lautsprecher völlig separat aufgenommen. Das hat bis zu einem gewissen Punkt die Aufnahmen diktiert. Ursprünglich hatte ich geplant, die Platte live einzuspielen, deshalb habe ich - im Herbst 2002, noch vor Marys Tod - viele direkte, positive Songs geschrieben, die als Reaktion auf die vorige Platte zu verstehen sind. Außerdem wusste ich, dass das Studio - verglichen mit denen, die wir normalerweise zur Verfügung hatten - ziemlich primitiv ausfallen würde, und die Songs sollten dem bereits Rechnung tragen. Deshalb sind die Stücke vielleicht ein bisschen eingängiger, mit ein bisschen mehr Swing. Acht Monate später - nach allem, was passiert war - langweilte mich dann die Idee, die Platte live aufzunehmen, und deshalb nahmen wir nur die Musik für einen Lautsprecher live auf und die für den anderen vor allem mit Elektronik. So entstand die Idee, für beide Lautsprecher völlig separate Arrangements zu machen." Dabei herausgekommen ist ein vorzügliches audiophiles Erlebnis, das wieder einmal bestätigt, was wir eigentlich schon immer wussten: Stereolab sind einzigartig und unsterblich.


-David Bluhm-



 
 
 

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