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Tim Burgess - I Love The New Sky

Tim Burgess - I Love The New Sky
Bella Union/Pias/Rough Trade
Format: LP

Tim Burgess ist ein Musikverrückter im positivsten Sinne. Ganz egal, ob er die Plattenläden der Welt unsicher macht oder wie zuletzt mit seinen Twitter-Listening-Partys für wohltuende Abwechslung und großes Entertainment in Quarantäne-Zeiten sorgt - seine Liebe zur Musik scheint oft grenzenlos. Das unterstreicht nun auch sein neuestes Soloalbum "I Love The New Sky". Denn obwohl sich seine Band The Charlatans mit schöner Regelmäßigkeit neu erfindet, gelingt es Burgess hier, Ausdrucksformen für seine ungebrochene Liebe zu psychedelisch umspielter Popmusik zu finden, die seinem Schaffen fast auf den Tag genau 30 Jahre nach der Veröffentlichung des Charlatans-Jahrhundertsongs "The Only One I Know" tatsächlich noch neue Facetten hinzufügen.

Nach einer Reihe eher experimenteller Solowerke mit kollaborativ-experimentellem Projektcharakter auf seinem eigenen Label O Genesis Recordings suchte sich Burgess für "I Love The New Sky" nicht nur ein externes Label, sondern schrieb auch sämtliche Songs allein, bevor zu den Aufnahmen hochkarätige Freunde wie Charlatans-Gitarrist Mark Collins oder Spiritualized-Keyboarder Thighpaulsandra oder Violinen-Wizard Peter Broderick einlud. Das Ergebnis ist ein fast schon überraschend abwechslungsreiches Album, das mit einer Vielzahl musikalischer Referenzen gespickt ist und trotzdem stets zeitlos schön ist. In den auffallend klavierlastigen, häufig mit schönen Gesangsharmonien ausstaffierten Songs dürfen Connaisseure Anklänge an die West Coast Experimental Pop Art Band, an 10CC, aber auch an The Cure und New Order entdecken, und wenn es an anderer Stelle bereits hieß, "I Love The New Sky" sei irgendwo zwischen Paul McCartneys "RAM" und Brian Enos "Taking Tiger Mountain (By Strategy)" gelandet, dann ist das auch nicht verkehrt. Der warmtönende Sound der LP findet auch in den betont positiv gestimmten Texten seine Entsprechung. Denn auch wenn Burgess hier bisweilen von Trennung, Einsamkeit und Verlust singt, ist das zentrale Thema der Platte doch sein unumstößlicher Optimismus, der für ihn trotz viel Negativität in der Welt nur ein Fazit zulässt: "The future is friendly".



-Carsten Wohlfeld-



 
 
 

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