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James Dean Bradfield - Even In Exile

James Dean Bradfield - Even In Exile
Montyray/Membran
Format: LP

Es ist das zweite Solo-Album des Manic Street Preachers-Sängers und auch wenn es anfangs nicht danach aussieht: Tatsächlich klingt "Even In Exile" öfter mal nach seiner Hauptband. Was natürlich gar nicht schlimm ist, ist schließlich eine klasse Band, Bradfield ein klasse Sänger und Songwriter. Hier auch. Bradfield singt, hat das meiste selbst eingespielt und die Songs geschrieben. Nicht aber getextet. "Irgendwann Anfang 2019 gab mir Patrick eine Handvoll Gedichte, die jeweils verschiedene Aspekte von Victor Jaras Leben berührten. Als ich sie las, war ich von der Idee beeindruckt, dass, wenn ein Leben etwas bedeutet, es auch nach dem Tod weitergeht. Dieser Gedanke blieb in mir haften und brachte mich dazu, Patricks Worte in eine Platte zu verwandeln", sagt Bradfield. Patrick ist Patrick Jones, der Bruder von MSP-Kumpel Nicky Wire, Victor Jara war ein chilenischer Poet, Sänger und Aktivist. Und "Even In Exile" damit so etwas wie ein Konzept-Album.

Ein gutes, wirklich. Mit guten Songs wie "The Boy From The Plantation", die sich auf jeder Manic Street Preachers-Platte gut machen, auch eine Ballade wie "There'll Come A War", das opulenter Klavier-Stück "30000 Milk Bottles" oder "The Last Song" würden auf solcher nicht auffallen. Doch, und das macht das Ganze noch besser, es gibt eben auch noch die anderen Songs. Das psychedelischere "Seeking The Room With The Three Windows" zum Beispiel, das sehr reduzierte, folkloristische "Under The Mimosa Tree" oder das instrumentale "La Partida", im Original von: Victor Jara. Über den sagt Bradfield: "Als ich aufwuchs, war Victor Jaras Name regelmäßig in der Musik präsent. Er schien eine weltweite Anerkennung durch Lieder von Künstlern wie The Clash, Simple Minds, Working Week und Calexico zu haben. Und so geht es weiter. Springsteen hat kürzlich eines seiner Lieder gecovert. Was das Schaffen von Kunst über einen Künstler betrifft, so wurde ich durch das Album 'Mermaid Avenue' von Wilco und Billy Bragg inspiriert. Diese Platte nahm die Worte von Woody Guthrie auf und präsentierte sie in einem anderen Kontext, wodurch ein liebevoller Akt künstlerischer Archäologie und eine passende Hommage an einen großen Geist entstand." Und ähnliches ist auch Bradfield gelungen, eine liebevolle Platte, eine Hommage, ein gutes Album.



-Mathias Frank-


Video: "The Boy From The Plantation"

 
 
 

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