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Die Ärzte - Hell

Die Ärzte - Hell
Hot Action/Universal
Format: LP

Sie machen Sachen, die nur sie machen. Nur sie können. Sachen zum Lachen. Die schocken, erschrecken, einen für den Moment und auch danach fertig machen. Und dafür lieben wir sie und werden sie immer lieben. Sie sind Die Ärzte. Die beste Band der Welt. Und die intelligenteste Band der Welt. Seit der Sinnflut.

Natürlich sind sie auch die witzigste Band der Welt, sind albern und manchmal auch sehr. Wenn sie in "Thor" über Chris Hemsworth und Käsekuchen singen, wenn sie in "Einmal ein Bier" einmal ein Bier waren. Doch ganz oft eben: nicht nur, nicht so lustig. In "Achtung: Bielefeld" zum Beispiel singt Bela B. über Langeweile. Die ganze Zeit. Zum Beispiel: "Mir geht es gut, ich hab nichts zu tun... Muss mich vom vielen Ausruhen ausruhen." Lustig. Bis es plötzlich heißt: "Für die Meisten ist Nichtstun eine viel zu große Hürde. Aber ich denke, dass eine Mutter in Aleppo sich auch ganz gern mal langweilen würde." Bäm! Ein anderes Beispiel ist "Warum spricht hier niemand über Gitarristen?". Es beginnt mit einem Dialog der drei über Beyoncé, später geht es um den Titel des Songs und ja, witzig, albern, Nonsens. Oder auch nicht: Impfgegner und Reichsbürger tauchen auf ("und all die anderen Clowns"), dazu die Klimakatastrophe. Ja, verdammt, eine ganze Menge Scheiße da draußen. Ob es durch "Hell" deutlich weniger wird, darf bezweifelt werden. Erträglicher aber wird es ganz sicher. Danke, Die Ärzte. Für dieses Album, für jeden Song, für die Sachen, die gesagt werden müssen. In "Liebe gegen Rechts" und in "Woodburger" mit dem teuflischen Plan, in die AfD einzutreten ("Man kann nicht immer nur gegen Arschlöcher singen. Man muss als Gitarrist auch Opfer bringen."), und im Anti-Aluhut-Song "Fexxo Cigol".

Hier müsste jetzt ein spitzenmäßiger Übergang stehen. Steht hier aber nicht, wir brechen hart, biegen ab. Zur Musik. Waren die ersten Singles, sind wir ehrlich, musikalisch eher so na ja, gibt es auf "Hell "eine Menge viel, viel bessere Lieder, klassische Die Ärze-Hits, große Unterhaltung. Das schnelle, punkige "Plan B" zum Beispiel oder das wunderbar poppige "Das letzte Lied des Sommers", das tatsächlich an "Westerland" erinnert, das klassische Farin-Stück "Ich am Strand", das 80er-wavige Rod-Lied "Polyester" oder das hippelige "Achtung: Bielefeld" mit Bela, das schroffe "Alle auf Brille" (Oi!) oder die Cowboy-trifft-Elvis-Nummer "Liebe gegen Rechts". Songs, die nur Die Ärtze machen können. Die beste Band der Welt? Vielleicht tatsächlich manchmal wahrscheinlich. Genau in diesem Moment zum Beispiel.


-Mathias Frank-


Video: "Morgens pauken"

 
 
 

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