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Tonträger-Review
 
Mine - Hinüber

Mine - Hinüber
Virgin/Universal
Format: LP

Auf ihrer letzten Scheibe "Klebstoff" war die Berliner Liedermacherin Mine noch auf der Suche nach ihrem bestmöglichen Ich. Der Klebstoff hat auf dem neuen Album nun seine Haftkraft verloren - und nun sucht Mine offensichtlich nach ihrem Platz in unserer semi-dystopischen Wirr-Zeit, in der sowieso alles "Hinüber" zu sein scheint. Zumindest teilweise ist das neue Werk nun also Mines Pandemie-Album geworden - und zwar in dem Sinn, dass durch die Ausnahmesituation ihr Blick auf existenzielle Fragen gerichtet werden. Und Fragen werden zahlreiche gestellt.

Nicht, dass es dabei um Antworten ginge - denn Mine ist ja mehr Philosophin als zum Beispiel Therapeutin. Neben der Pandemie ist natürlich dann auch wieder Mines Innenleben ein Thema, das genüsslich und mit Selbstironie seziert wird. Vielleicht auch bedingt durch die Pandemie gibt es auf der neuen Scheibe nicht ganz so viele Gast-Kollaborationen wie gewohnt - aber zumindest Sophie Hunger, Dexter und Crack Ignaz geben sich die Ehre. (Und ein neues Album mit Fantoni hat Mine mit "Alle Liebe nachträglich" ja auch noch eingespielt.) Musikalisch ist "Hinüber" etwas geradliniger geraten als "Klebstoff" - wobei sich das im Detail bei den phantasievollen Arrangements aus organischen, elektronischen, gesampelten, programmierten oder selbst orchestrierten Elementen dann auch gleich wieder relativiert. Ein Teil der Faszination eines jeden Mine-Albums liegt ja sowieso darin begründet, dass Mine keine Kompromisse in Bezug auf die Zugänglichkeit ihres Materials macht und die Pop-Musik denn auch Pop-Musik sein lässt ohne das Ganze intellektuell brechen zu wollen, wie das viele ihrer Kolleg(inn)en tun.


-Ullrich Maurer-



 
 
 

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