Gaesteliste.de Internet-Musikmagazin



SUCHE:

 
 
Gaesteliste.de Facebook RSS-Feeds
 
Tonträger-Archiv

Stichwort:
Platten der Woche anzeigen




 
Tonträger-Review
 
Rosali - No Medium

Rosali - No Medium
Spinster Sounds/Hoanzl
Format: LP

Gleich mal vorab: Der aus Philadelphia stammenden Rock-Poetin Rosali (Middleman) gelingt auf ihrem dritten Solo-Album "No Medium" mit "Watever Love" ein ähnlicher Rock-Jahreshit wie zuletzt Big Thief mit dem Monster-Song "Not"; denn hier wie da finden sich alle Tugenden, die ein ordentlicher Rocksong haben sollte: Eine unwiderstehliche Hookline basierend auf knackigen Riffs, einen reflektierenden, persönlichen Text, einen inspirierenden Groove und faszinierend unpolierte Old-School-Gitarrensoli. Es gibt dann noch eine Parallele zu Big Thief, denn wie Adrienne Lenker wühlt Rosali als Songwriterin dann gerne in den düstereren Bereichen ihres Seelenlebens und beschäftigt sich mit Themen wie "Verlust, Tod, Sexualität, Selbstsabotage und Sucht". Allerdings sind die Songs selbst dann weniger depressiv als angenehm melancholisch - und das liegt an der Musik und der anderen Referenz, die dieses Album bestimmt: Denn - unterstützt von der David Nance Group und Robbie Bennett von War On Drugs an der Hammond Orgel orientiert sich Rosali an der Ästhetik eines mittelalten Neil Young - insbesondere in Bezug auf die Harmonie-Führung, die an die Harvest-Phase erinnernde countryeske Westcoast-Stimmung und insbesondere die gnadenlos durch fast alle Songs mäandernden psychedelischen E-Gitarren, die doch sehr an den Kompressor-Sound eines Neil Young im Rockmodus erinnern. Freilich hat die Gitarristin Rosali Middleman (die in dieser Funktion auch für Philly Bands wie The Long Hots, Wandering Shade oder Monocot tätig ist) durchaus eine eine eigene Note und ein eigenes Selbstverständnis. Dieses äußert sich z.B. indem sie nur den Sound, nicht aber die Harmoniefolgen Neil Youngs referenziert und bei den balladesken Nummern wie selbstverständlich in einen lockeren Laurel-Canyon-Modus umschaltet. Der Titel des Albums bezieht sich auf eine Passage aus Charlotte Brontes "Jane Eyre" und ihre Inspiration bezog Rosali aus ihrer Faszination für Harmonographen (mechanische Geräte, die harmonische Schwingungen in Zeichnungen umsetzen) und deren Bezug zu ihrer eigenen, intuitiv aufgefassten Songwriting-Technik. Kurzum: Da ist Rosali ein rundum überzeugendes und schlüssiges Projekt in Form eines makellosen, songorientierten Old-School-Rock-Albums gelungen.


-Ullrich Maurer-



 
 
Banner, 234x60, ohne Claim, bestellen
 

Copyright © 1999 - 2021 Gaesteliste.de

 powered by
Expeedo Ecommerce Dienstleister

Expeedo Ecommerce Dienstleister