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Tonträger-Review
 
Sarah Neufeld - Detritus

Sarah Neufeld - Detritus
One Little Independent Records/Indigo
Format: LP

Das neue Werk der Komponistin und Geigerin Sarah Neufeld ist eine Art Echo bzw. eine Rückkoppelung und Reflektion auf vorangegangene Projekte: 2016 veröffentlichte Sarah (die nebenberuflich auch als Musikerin bei den Ensembles Arcade Fire und Bell Ochestre tätig ist) ihr Album "The Ridge", dessen starke rhythmische Ausrichtung die Choreographin Peggy Baker inspirierte, eine dazu passende Choreographie für ihr Tanzensemble auszuarbeiten, die dann wiederum von Sarah Neufeld um ein lyrisches Vorspiel namens "Who We Are In The Dark" ergänzt wurde. Die Zusammenarbeit vertiefte sich dann weiter, indem Baker auf diesem Vorspiel aufsetzend weiter arbeitete und Sarah Neufeld dann darum bat, weitere Musik hinzuzufügen. Sarah, die sich gerade in einer schwierigen Phase befand, verarbeitete in dieser neuen Musik Empfindungen wie Verlust und Trauer.

Letztlich waren diese Arbeiten dann die Grundlage für das neue Album "Detritus", für das Sarah mit Hilfe ihres Arcade Fire-Bandkollegen Jeremy Gara und dem Bell Ochestre-Hornisten Pietro Amato die als Solo-Arbeiten ausgeführten Ballett-Partituren sozusagen im "Bandkontext" verdichtete und auf sieben einzelne Stücke destillierte. Das Ganze ist dann - trotz der im Hintergrund rollenden Beats Garas und der minimalmusikalisch ausgelegten, mantraartigen Geigenfiguren - vor allen Dingen durch die Hinzunahme elektronischer Klangflächen, Halleffekte und auch den choralmäßig inszenierten, nonverbalen Vokal-Elementen eher in Richtung einer ambientmäßig angelegten, atmosphärischen Elegie (bzw. Pastorale, wie es in der Bio heißt) zu verstehen. "Detritus" im geologischen Sinne ist von den Elementen zerriebener Gesteinsschutt. Übertragen auf die Musik bedeutet das eine gewisse Unerbittlichkeit und Konsequenz, was letztlich dann bedeutet, dass ganze Album einem interessanten Spannungsbogen unterliegt, der weit über den offensichtlich lautmalerischen Charakter des Materials hinausreicht.


-Ullrich Maurer-



 
 
 

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