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Tonträger-Review
 
Olivia Rodrigo - Sour

Olivia Rodrigo - Sour
Geffen/Universal
Format: LP

Olivia Rodrigo gehört zur neuesten Welle US-amerikanischer Fräuleinwunder, die vom heimischen Schlafzimmer aus die Musikwelt in Beschlag nehmen - wie das ihre Vorbilder auch tun. Dabei kann die junge Dame aus L.A. von dem Umstand zehren, dass ihre Debüt-Single "Driver's License" streammäßig dermaßen durch die Decke ging, dass sich zum einen der Rolling Stone zu der Aussagen hinreißen ließ, diesen Song als "frühen Anwärter für den Song des Jahres" zu titulieren (ohne darauf einzugehen, dass die inhaltlich durchaus überzeugende Selbstfindungsballade musikalisch eigentlich weder Melodie noch Refrain zu bieten hatte) und es Olivia zum anderen ermöglichte, für ihre Debüt-LP dann gleich aus dem Vollen schöpfen zu können. Unterstützt von dem in Sachen marketingtechnisch gestreamlinter Pop-Produktionen nicht unbeschlagenen Fachproduzenten Dan Nigro entstand so eine stilistisch erstaunlich unentschlossene und betont vielseitige Songsammlung, die somit alleine von Olivias’ differenzierten und bemerkenswert altersweisen Lyrics zusammen gehalten wird (in denen sie über alle möglichen Facetten von Beziehungsproblemen philosophiert, die sie eigentlich aufgrund ihres Alters noch gar nicht alle durchlebt haben kann).

Musikalisch jedoch sieht die Sache insofern anders aus, als das hier eben keine Einheitlichkeit vorherrscht. Interessant ist das Ganze aber nicht so sehr deswegen, weil da programmatisch die verschiedensten Genres - wie Rock, R'n'B, Club, Torch-Song, Folkpop und Indie-Pop - abgehakt werden, sondern weil die jeweiligen Elemente bis in die Extreme ausgereizt werden: Wird mal gerockt, dann bebt aber die Bude; wird auf die Tränendrüse gedrückt, dann quillt es aber über und werden Genre-Klischees bemüht, dann aber bitte auch in letzter Konsequenz. In diesem Sinne ist Olivia Rodrigo (bzw. Dan Nigro) schon deutlich erfolgreicher als ihre Vorbilder wie Miley Cirus oder Taylor Swift - die ja gewöhnlich stets auf halber Strecke in Richtung von Mainstream-Gefälligkeiten abdrehen - erreicht aber andererseits zum Beispiel niemals die musikalische Kreativität etwa der Eilish-Geschwister.


-Ullrich Maurer-



 
 
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