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Tonträger-Review
 
Jackson Browne - Downhill From Everywhere

Jackson Browne - Downhill From Everywhere
ADA/Warner Music
Format: LP

Nach sieben Jahren veröffentlichungstechnischer Funkstille (wobei anderthalb davon der Pandemie geschuldet sind) gibt es mit "Downhill From Everywhere" wieder mal ein neues Lebenszeichen von Jackson Browne. Wenn man nach den Lyrics des neuen Werkes geht, hat Browne die lange Pause seit seinem 2014er Werk "Standing In The Breach" aber nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern eifrig Inspirationen gesammelt. Im Wesentlichen ist "Downhill" nämlich eine Art Resümee dieser Zeit, denn in der klassischen Tradition seiner Zunft spinnt Jackson hier ein kunterbuntes Potpourri aus Persönlichem, Politischen und Philosophischem. In seinen romantischen Liebesliedern berichtet er beispielsweise von seinen amourösen Beziehungen (wie gewohnt gerne mit jüngeren Partnerinnen) oder geht (auch musikalisch) auf seine Reisetätigkeiten als rastloser Troubadour ein. In seinen politischen Betrachtungen äußert er sich - wie stets eher linkstendenziell - zu den Unstimmigkeiten der Trump-Ära, während sich die philosophische Note wie ein roter Faden durch alle Songs zieht, indem Browne nämlich den Lauf der Zeiten am Beispiel seines eigenen Älterwerdens und die sich daraus ergebenden Erkenntnisse mit einbezieht.

Insgesamt ist das Werk von einer eher stoischen Note geprägt. Browne regt sich über all das Erlebte heutzutage nicht mehr auf, sondern akzeptiert das Ganze entweder mit einer zynisch/ironischen Note - wie z.B. im Falle des Titeltracks, der eine leicht überhöhte Systemkritik der USA beinhaltet - oder er bleibt bei den Fakten, wenn er in "Dreamers" das Thema die Einwanderungsproblematik aus der Sicht der Betroffenen schildert. Andererseits erfreut er sich dann lieber an den schönen Dingen des Lebens - beispielsweise wenn er der Stadt Barcelona mit dem Schlusstrack eine epische, fast schon operettenhafte Lobeshymne dahinkomponiert. Musikalisch setzt Browne auf Bewährtes - wie z.B. seine langjährigen Mitstreiter Greg Leisz, Val Callum, Rob Glaub oder Russ Kunkel und jene Prise Westcoast-Rock, die seine Großtaten Ende der 70er bis Mitte der 80er auszeichneten; die aber seinen letzten Studioarbeiten etwas abging. Sehr viel zu kritisieren gibt es eigentlich nicht. Jackson Browne macht hier das, was man von ihm auch erwartet - nur ein bisschen besser und konsequenter als zuletzt.


-Ullrich Maurer-



 
 
 

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