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Desperate Journalist - Maximum Sorrow

Desperate Journalist - Maximum Sorrow
Fierce Panda/Cargo
Format: LP

Der Titel des vierten Albums der Londoner Dark-Alt-Indie-Rock-Band Desperate Journalist ist gar kein Indiz dafür, dass Jo Bevan & Co. unter der Last der gegenwärtigen Situation zusammengebrochen sind und nun ihr maximales Leid in ihrem Pandemie-Projekt zum Ausdruck bringen möchten. Auf den Begriff gestoßen war Jo durch ein Projekt des von ihr verehrten Web-Künstlers Kevin Bewersdorf, dessen Kollagen-Projekt "Maximum Sorrow" mit Stock-Bildern und Corporate Design-Elementen mit dem Hintergedanken konstruiert wurde, damit zum Ausdruck zu bringen, dass man sich als Individuum freier fühlt, wenn man ein Mal den Punkt der maximalen Sättigung des Leides erreicht hat. Was Jo an Bewersdorfs Arbeiten besonders faszinierte, war der Umstand, dass man nie sicher sein konnte, ob diese ernst oder ironisch gemeint sind - und sie zu dem Schluss kam, dass es sowohl als auch der Fall sei.

Das bedeutet übertragen auf das neue Album für den Fan vermutlich, dass er selbst nun entscheiden muss, welche Bedeutung er dann jeweils der Kunst der Desperate Journalists zueignen möchte. Subjektiv ist das allerdings recht einfach, denn musikalisch wie inhaltlich bieten die verzweifelten Journalisten dieses Mal ein brillantes, wirklich breit gefächertes musikalisches Kaleidoskop (wie es die Band selbst nennt), das sich deutlich vom zuweilen brutalen, rocklastigen Sound der Vergangenheit absetzt. Tatsächlich haben die Desperate Journalists nicht nur eine Art poppiger Zugänglichkeit für sich entdeckt, sondern auch den Reiz des von pulsierenden Bassläufen und digitalen Gitarreneffekten geprägten New Wave-Sounds der 80s und 90s, wie ihn weiland Bands wie The Cure, Siouxsie & The Banshees oder gar U2 etablierten. Selbstredend können die Journalists immer noch mit den Besten um die Wette rocken, tun das dann aber auf eine sehr viel differenziertere, psychedelischere und transparentere Weise als bislang. Das Aufschichten von Gitarrenwänden ist jedenfalls nicht mehr das alleinige Ziel - wie nicht nur der überraschend als Piano-Düster-Ballade angelegte Opener "Formaldehyde", sondern auch der glasklare Popsong "The Victim" oder der Death-Disco-Knaller "The Vault" beweisen. "Maximum Sorrow" ist bei all dem natürlich nicht fröhlich ausgefallen - aber auch nicht mehr nur desolat und dystopisch. Das maximale Leid-Sättigungslevel wird musikalisch jedenfalls nicht angepeilt.


-Ullrich Maurer-


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