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Tonträger-Review
 
Lorde - Solar Power

Lorde - Solar Power
Universal
Format: LP

Früher war die Sache noch etwas einfacher: Nicht nur, weil es da noch physische Tonträger gab (und nicht, wie im Fall des dritten eigenen Releases der neuseeländischen Pop-Queen Lorde Papphüllen mit Download-Codes), sondern weil es da noch Grenzen gab. Auf der einen Seite saßen die, die sich hemmungslos dem Erfolg und dem Pop-Genre verschrieben zu haben schienen - Taylor Swift, Lana Del Rey, Billie Eilish oder eben auch Lorde - und auf der anderen Seite integere Künstler aus der Indie-Schiene wie z.B. Chan Marshall, Nikki Lane oder Phoebe Bridgers. Und dann kommen Produzenten wie Jack Antonoff und verwischen plötzlich alles - verpassen den Pop-Queens organische Akustik-Arrangements, die absolut kompatibel sind mit den Bestrebungen der Kolleginnen aus der Songwriter-Zunft - bringt beide zusammen und nun sitzen alle im gleichen Boot und arbeiten auch miteinander. Auf dem vierten Lorde-Album kommt es so beispielsweise dazu, dass in ihrem Chor Phoebe Bridgers, Marlon Williams, Robyn und Clairo herumsäuseln.

Im Allgemeinen ist diese Art von stilistischer Gleichschaltung aber für beide Seiten durchaus charmant, denn so gleichen sich Schönklang und Credibility auf eine für den Hörer durchaus angenehme Weise aneinander an. Mit "Solar Power" erschuf Ella "Lorde" Yelich O'Connor auf diese Weise eine zeitgemäße Hippie-Scheibe. Mit einer gehörigen Portion rechtschaffener Naivität arbeitet sie sich dabei Themen ab, die ihr wichtig erscheinen. Einerseits sind das aktuelle Krisen-Topics wie Klimawandel, Drogen, Politik etc. und andererseits die realitätsfremden, esoterischen Luxus-Probleme, die sich aus den dummen Streichen der Reichen im goldenen Käfig ergeben. Das macht nicht wirklich etwas aus, da die melancholischen Popsongs dergestalt einlullend und hypnotisch über die Hörerin hinwegschwappen, dass eh niemand auf die Lyrics achten dürfte. Und auch das macht nichts, denn es wird in diesem Sommer gewiss keine angenehmere, ausgeglichenere, sanftmütigere Akustik-Pop-Scheibe mehr geben, als "Solar Power" von Lorde.


-Ullrich Maurer-



 
 
 

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